Reuters stärkt durch Kauf seine Marktposition in den USA

1. Mai 2001, 20:08
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Kauf von Teilen des angeschlagenen US-Konkurrenten Bridge

London - Der Nachrichten- und Informationskonzern Reuters Group Plc hat den Zuschlag für den Kauf von Teilen des angeschlagenen US-Konkurrenten Bridge für 275 Millionen Dollar (4,25 Milliarden Schilling) erhalten. Bridge habe das Angebot als das "höchste und beste" gewertet, teilte Reuters mit. Der britische Konzern sprach von einem "bedeutenden Schritt" für seine US-Geschäfte.

Reuters kauft den Angaben zufolge die Sparten Bridge Information Systems in Nordamerika, den Daten- und Analysebereich EJV für fest verzinsliche Wertpapiere, die Handelssparte Bridge Trading Technologies, die Internetsparte Bridge und den CRB-Index für US-Rohstoffpreise. Der Mitbieter SunGard Data Systems zog nach eigenen Angaben seine Offerte zurück. Analysten begrüßten den Erwerb. Der Kurs der Reuters-Aktie legte zu.

"Unser Ziel für diese Akquisition ist einfach: diese Vermögenswerte von Bridge in die Gewinnzone bringen und einen echten Nutzen für die Kunden erzielen", teilten Reuters-Chef Peter Job und sein designierter Nachfolger Tom Glocer in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Unterstützung durch Großkunden

"Wir haben schon von mehreren Großkunden Unterstützung erhalten, die der Ansicht sind, dass die Transaktion ihrem Interesse dient. Dies ist ein bedeutender Schritt für unser US-Geschäft", ergänzten sie. Bridge hatte nach einer aggressiven Expansionsstrategie Finanzprobleme bekommen und daraufhin bei Gericht Gläubigerschutz beantragt. Das Unternehmen hatte zuvor eine Reihe von Zukäufen getätigt, um mit Reuters und dem US-Nachrichten- und Marktdaten-Konzern Bloomberg zu konkurrieren.

Reuters teilte mit, die von ihm erworbenen Bereiche machten jeden Monat rund sechs Millionen Dollar Verlust und hätten Nettovermögenswerte mit einem Buchwert von 90 Millionen Dollar. Die Integrationskosten bezifferte das Londoner Unternehmen auf etwa 65 Millionen Dollar über zwei Jahre. Für 2003 werde mit einem Gewinnbeitrag gerechnet. Reuters erwartet nach eigenen Angaben den Abschluss der Transaktion innerhalb der nächsten vier Monate. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 5. 2001)

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