Klosterneuburger Adcon will ihr Funknetz verbreitern

1. Mai 2001, 19:32
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Firmenchef verspricht für heuer ausgeglichenes Ergebnis

Wien/Klosterneuburg - Der Funkspezialist Adcon Telemetry peilt für die nächsten zwei Jahre ein rasantes Wachstum an: Bis 2003 will der Weltmarktführer bei agrarmeteorologischen Wetterstationen den Umsatz jährlich im Schnitt um 70 Prozent ankurbeln, sagt Vorstandssprecher Alexander Zrost. Bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen mit seinen Datenübertragungen unter anderem für die Umweltmesstechnik doppelt so viel umgesetzt wie ein Jahr zuvor, 40 Prozent davon in den USA.

Abschreibungen

Allein heuer rechnen die am Neuen Markt notierten Klosterneuburger damit, den Umsatz auf 22,2 Mio. Euro (305 Mio. S) zu verdoppeln. Allerdings sieht die Bayerische Landesbank in ihrer jüngsten Analyse das Bild noch im Ergebnisbereich eingetrübt. So sackte das Betriebsergebnis (Ebit) von minus 857,8 Mio. Euro auf minus 1,457 Mio. Euro im Vorjahr ab.

Grund dafür seien hohe Firmenwertabschreibungen, schreibt Manfred Bucher, Analyst der Bayerischen Landesbank. Die Einkäufe in Frankreich 1999 und den Niederlanden im November 2000 müssen erst verdaut werden. Er zählt aber darauf, dass die Firma das Ebit steigern könne.

Zrost rechnet heuer mit Abschreibungen in der Höhe von drei bis 3,3 Mio. Euro und sagt: "Das werden wir auch verdienen." Er will heuer mit den 113 Mitarbeitern ein ausgeglichenes Betriebsergebnis vorlegen und setzt die Nettomarge beim Ebitda - dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - zwischen 8,5 und elf Prozent an. Da ist Bucher mit 14,6 Prozent noch optimistischer.

Für das weitere Wachstum wollen die Klosterneuburger auch neue Mitarbeiter einstellen, heuer rund 30, in den nächsten zwei Jahren noch mal jeweils um ein Viertel mehr. Derzeit sitzen 30 Mitarbeiter in Klosterneuburg, der Rest in den USA, Rumänien, Frankreich und den Niederlanden. Sie beschäftigen sich mit Forschung und Entwicklung bzw. Marketing.

Die Fertigung der Produkte ist ausgelagert. Da arbeitet Adcon vorwiegend mit fünf Unternehmen zusammen: in Österreich mit dem Korneuburger Tech-Unternehmen Tecwings und der Salzburger Digital Elektronik, in Frankreich mit Peintatec und in den Niederlanden mit der Siemens-Tochter.

Adcon baut auf zwei Segmente: Anwendungen ist das traditionelle Geschäftsfeld. Funkdatenübertragung und Software als Gesamtpaket werden angeboten. Langfristig sieht Zrost allerdings "noch größere Chancen" für den Verkauf der reinen Kommunikationstechnik. Die Aktie der Adcon hat im Vorjahr eine Performance von 92 Prozent hingelegt, im Soge des Gemetzels am Neuen Markt sanken Adcon in den ersten Monaten des Jahres um etwa 40 Prozent auf elf Euro - und liegen etwa zehn Prozent über der Performance des Neuen Marktes. (Esther Mitterstieler, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 5. 2001)

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