Die EU will Konkurrenz, doch diese hat kein Interesse

1. Mai 2001, 20:54
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Bedenken gegen Luftpartnerschaft AUA/Lufthansa

Toronto - Die EU könnte noch vor dem Sommer ihre Bedenken gegen eine Kooperation der Lufthansa mit der österreichischen Austrian-Airlines-Gruppe aus AUA, Lauda Air, Tyrolean Airways und Rheintalflug anmelden. Die Kooperation ist eine Folge des Beitritts der AUA-Gruppe zum Luftfahrtbündnis Star Alliance, der im März 2000 erfolgte.

Nach Ansicht der EU-Wettbewerbshüter haben die AUA und die Lufthansa im Deutschlandverkehr eine wettbewerbsverzerrende Vormachtstellung. Die EU wünscht sich zumindest einen Konkurrenten auf diesen Strecken. Doch dieser findet sich nicht. Und das obwohl der Luftraum in der EU liberalisiert ist und jede Airline überallhin fliegen kann. Auch die notwendigen Slots am Flughafen Wien wären für einen Konkurrenten vorhanden.

Der Grund für die mangelnde Konkurrenz sind die überaus hohen Kosten, die der Aufbau einer neuen Strecke verursacht. Dazu kommt, dass einer allein gegen die Marktmacht von AUA und Lufthansa bei der Preisgestaltung nicht mitkommt. Die beiden Airlines könnten es sich leisten, immer eine Spur billiger zu sein als die Konkurrenz. Für eine mögliche Preisschlacht ist der österreichische Markt zu klein. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 5. 2001)

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