Fitz soll Schmidt bei Lauda Air folgen

1. Mai 2001, 20:55
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Gleichberechtigter Vorstand neben Klaus Stöger - Swissair verpfändete AUA-Aktien

Toronto - Der Aufsichtsrat der Lauda Air will am Freitag den bisherigen Prokuristen, Christian Fitz (41) zum Vorstand ernennen. Das sickerte am Wochenende beim Eröffnungsflug der AUA nach Toronto durch.

Fitz kam von der AUA und ist seit November bei der Lauda Air. Er folgt damit Ferdinand Schmidt, der per 1. August in den ÖBB-Vorstand wechselt. Im Unterschied zu bisher sollen Fitz und der für Finanzen zuständige Klaus Stöger, gleichberechtigte Vorstände sein. Beim bestehenden Zweiervorstand hatte Schmidt die Sprecherfunktion.

Fitz, ausgebildeter Pilot und Betriebswirt mit Steuerberaterbefugnis, wird die Bereiche Technik und Flugbetrieb managen. Das Netzwerkmanagement (Streckenplanung) und den Verkauf innerhalb der Gruppe erledigt die AUA. Sie hält derzeit 68 Prozent an der Lauda Air, die restlichen Aktien sind im Besitz der Lauda Privatstiftung.

Die Integration aller drei Airlines (AUA, Tyrolean und Lauda Air) zu einem gemeinsamen Konzern schreitet weiter voran. Die Tyrolean, eine 100-Prozent-Tochter der AUA, die bisher als AG firmierte, ist nun endgültig in eine GesmbH umgewandelt worden, was den Durchgriff und die Koordination erheblich erleichtert. Gleiches steht bei der Lauda Air bevor. Dort ist allerdings erst Anfang 2002 damit zu rechnen, wenn die AUA die Lauda Air zur Gänze besitzt.

Im Vorfeld der am 9. Mai stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung der AUA war zu hören, dass die mit Milliardenverlusten kämpfende Swissair ihr Zehn-Prozent-Paket an der AUA an die Schweizer Großbank, Credit Swiss, verpfändet hat. Die Aktien sind zum derzeitigen Kurs rund 45 Mio. EURO (619 Mio. S) wert. Um Geld in die leeren Kassen zu spülen, trennt sich die Schweizer Fluglinie derzeit von einem Großteil ihrer Beteiligungen.

Neue Destination

Die AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka erwarten sich von der neuen Nonstopverbindung von Wien nach Toronto eine deutliche Belebung ihres Transatlantikgeschäfts. Sie wollen damit die Zahl ihrer Transatlantikpassagiere von zuletzt 350.000 auf heuer 400.000 steigern. Aufgrund des stärkeren Wettbewerbs und vorhandener Überkapazitäten sei dieser Zuwachs nach Passagieren aber nicht auf die Ergebnisentwicklung umzulegen, sagte Rehulka. Toronto ist für die AUA die fünfte Destination in Nordamerika, nach New York, Washington, Chicago und dem von Lauda Air angeflogenen Miami.

Die rund neun Stunden dauernde Verbindung wird seit 28. April täglich außer Dienstag und Freitag in Kooperation mit Star-Alliance-Partner Air Canada mit einem Airbus 330-220 geflogen. Der Abflug ab Wien erfolgt um 11.20 Uhr (Ankunft 14.55 Uhr Lokalzeit in Toronto). Zurück geht es um 18.40 Uhr mit Ankunft in Wien am folgenden Tag um 9.15 Uhr. Die Flüge nach Toronto, aber auch weiter nach Montreal und Ottawa sind derzeit ab 379 EURO (5215 S) zu haben. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 5. 2001)

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