Weingartner wird "abgekanzelt"

1. Mai 2001, 19:02
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Bundespolitische Motive hätten Rolle gespielt

Innsbruck - Bei der vom ÖVP-Landesparteivorstand beschlossenen Ablöse Wendelin Weingartners als Tiroler Landeshauptmann durch Ferdinand Eberle hätten auch bundespolitische Motive eine Rolle gespielt, meint Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser. Wegen dessen wiederholter Kritik am Kurs der Regierung werde Weingartner nun "abgekanzelt und ausgegrenzt", erklärt Dinkhauser im STANDARD-Gespräch. Demokratiepolitisch sei es "ungeheuerlich", dem gewählten Landeshauptmann "den Stuhl vor die Tür zu stellen"

Klubobmann Andreas Khol - wie EU-Kommissär Franz Fischler Mitglied des Parteivorstands - erklärte in diesem Zusammenhang gegenüber der Tiroler Tageszeitung: "Mit Weingartner verbindet mich eine langjährige Partnerschaft anderer Meinungen."

Wie berichtet, hat der Parteivorstand vergangene Woche Parteiobmann Eberle einstimmig als Nachfolger Weingartners designiert, ohne einen Termin für die Ablöse festzulegen. Dinkhauser, der dem obersten Parteigremium nicht angehört, präzisiert auch seine Kritik an Eberle. Dieser "vertritt die Macht und nicht die Menschen" und erinnert an dessen Aussage "im Zweifel für die Wirtschaft". Es sei auch zu bezweifeln, ob mit Eberle für die ÖVP Wahlen zu gewinnen seien.

Seine eigenen Ambitionen, Landeshauptmann zu werden, beurteilt Dinkhauser als chancenlos: "Die Kuh ist aus dem Stall." (hs, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 2.5.2001)


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