Notstand auf Philippinen ausgerufen

1. Mai 2001, 21:37
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Drei Tote und über hundert Verletzte bei Sturm auf Präsidentenpalast

Manila - Nach dem gescheiterten Putschversuch und den schwersten Ausschreitungen seit 15 Jahren auf den Philippinen hat Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo am Dienstag den Ausnahmezustand verhängt. Außerdem ordnete sie die Festnahme von Politikern und Militärs an, denen sie "Pläne zum Umsturz der rechtmäßigen Regierung" vorwirft.

Mindestens drei Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet und weit über hundert verletzt, als in der Nacht Tausende Anhänger des inhaftierten Expräsidenten Joseph Estrada versuchten, den Präsidentenpalast zu stürmen. Auch am Dienstag lieferten sich Regierungsgegner und Sicherheitskräfte schwere Straßenschlachten in der Hauptstadt. Estrada und sein Sohn wurden in ein Gefängnis außerhalb Manilas verlegt.

Ein Putschversuch von Estrada-Anhängern war am Sonntagabend am Widerstand der Armee gescheitert. Auf Befehl Arroyos nahm die Polizei am Dienstagabend (Ortszeit) den Senator und früheren Verteidigungsminister, Juan Ponce Enrile, fest. Dem Oppositionspolitiker wird Anstiftung zum Aufruhr vorgeworfen. (AFP/Reuters)
(DER STANDARD, Printausgabe, 2.5.2001)

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