Berber-Partei verlässt Algeriens Regierung

1. Mai 2001, 18:48
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Moslem-Fundamentalisten töten zehn Menschen

Algier - Aus Protest gegen die schweren Unruhen in der algerischen Berber-Region hat die Partei Sammlungsbewegung für Kultur und Demokratie (RCD) die Koalitionsregierung von Präsident Abdelaziz Bouteflika verlassen. Bei einer Sitzung des Parteirats kritisierte RCD-Chef Said Sadi am Dienstag das in seinen Augen brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte. Sie hätten ununterbrochen mit scharfer Munition auf die zumeist jugendlichen Aufständischen gezielt.

"Eine Regierung, die auf die Bevölkerung schießt, verdient keine Unterstützung", sagte Said. Bei den Unruhen der vergangenen Woche kamen nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 60 und 80 Menschen ums Leben. Die RCD stellte bisher den Bau- und Verkehrsminister.

Bei einem neuen Massaker moslemischer Fundamentalisten wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte in der Nacht zum Dienstag zehn Menschen getötet. Die bewaffnete Gruppe überfiel die Menschen bei Blida rund 50 Kilometer südlich von Algier im Schlaf. Fundamentalisten verüben in Algerien immer wieder blutige Massaker an Einwohnern und Sicherheitskräften. Seit Jahresanfang starben Zeitungsberichten zufolge bereits rund tausend Menschen. In dem Bürgerkrieg kamen seit 1992 offiziellen Angaben zufolge mehr als 100.000 Menschen ums Leben. (APA)

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