Fusion der Musikgiganten EMI-BMG gescheitert

2. Mai 2001, 15:56
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Bertelsmann offen für Gespräche mit Wettbewerbern

Was lange währt wird nicht immer gut. Die seit Monaten verhandelte Fusion der Musikkonzerne Bertelsmann Music Group (BMG) und EMI Group ist gescheitert. Der umfangreiche EMI- Rechtekatalog wäre mit BMG um eine wertvolle Palette klassischer Rock-Musik ergänzt worden. Doch der Zusammenschluss scheiterte an dem zu erwartenden Einspruch der Brüsseler Wettbewerbsbehörden. Die hatte vor einem Jahr bereits die Fusion von EMI mit AOL/Time Warner untersagt.

Bis zuletzt hatten Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff und EMI-Chef Eric Nicoli versucht, die EU-Behörden in informellen Gesprächen zu überzeugen. In allen Detailfragen über den Firmenwert, die künftige Strategie und das Management war Einigkeit erzielt worden. Wie aus dem Hause Bertelsmann zu erfahren ist, will man auch nach der gescheiterten Fusion zusammenarbeiten.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und seine Experten hatten sich wie im Fall des vorigen Fusionsversuchs von EMI mit AOL/Time Warner gegen die Entstehung einer zu hohen Marktkonzentration entschieden. Ihre Forderungen liefen auf eine Abtrennung wichtiger Teilbereiche der zu fusionierenden Unternehmen hinaus. Die Betroffenen stellten am Schluss aber fest, dass durch die Auflagen für eine Genehmigung der Fusion das Ganze weniger wert gewesen wäre, als die Summe der Einzelteile zuvor.

Der Medienkonzern Bertelsmann schließt nach dem Ende der Fusionsgespräche seiner Tochter BMG mit der britischen EMI zum weltgrößten Musikkonzern Gespräche über eine Zusammenarbeit mit anderen Wettbewerbern nicht grundsätzlich aus. "Ob es Gespräche mit anderen gibt, ist im Moment völlig offen. Wir schließen aber nicht aus, dass es auf Grund des ständigen Wandels in den Medienmärkten neue Chancen und veränderte Möglichkeiten gibt", sagte Bertelsmann-Sprecher Manfred Harnischfeger der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. (APA/Reuters)

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