Tschechische Sozialdemokraten und Kommunisten feiern 1. Mai getrennt

1. Mai 2001, 13:50
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Ausschreitungen zwischen Anarchisten und Rechtsradikalen befürchtet

Prag - Die tschechischen Sozialdemokraten (CSSD) von Ministerpräsident Milos Zeman und die Kommunisten (KSCM) mit Miroslav Grebenicek an der Spitze haben am Dienstag in mehreren Städten den 1. Mai getrennt gefeiert. CSSD-Spitzenpolitiker und die Chefs des größten tschechischen Gewerkschaftsbundes (CMKOS) legten wie jedes Jahr in Prag einen Kranz an der Gedenk-Tafel der Moldau-Insel "Strelecky ostrov" nieder, die an die 1.Mai-Feierlichkeiten des Jahres 1890 erinnert. Dort wurden die Sozialdemokraten von Anarchisten erwartet und kritisiert.

Bei der zentralen 1.Mai-Feier der Kommunisten auf dem Prager Letna-Feld versammelten sich einige Tausend KSCM-Anhänger, überwiegend Pensionisten. KSCM-Chef Grebenicek kritisierte in einer kämpferischen Rede die Sozialdemokraten und erklärte, die Kommunistische Partei sei "die einzige Linkspartei im Lande", eine Partei, die im Stande sei, niedrige Preise zu garantieren. Das Geld dafür könnte man beispielsweise mit der Nicht-Teilnahme Tschechiens an der NATO oder den Tagungen des IWF und der Weltbank finden, so Grebenicek.

Die 1.Mai-Feierlichkeiten in Prag verliefen zunächst ohne Zwischenfälle. Allerdings haben Anarchisten sowie rechtsradikale Gruppen Versammlungen im Stadtzentrum für den Nachmittag angekündigt. Die Polizei befürchtete Ausschreitungen. (APA)

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