Jugoslawien erwartet bis Ende Juni IWF-Finanzmittel

1. Mai 2001, 13:14
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Djindjic rechnet mit baldiger Mitgliedschaft in der Weltbank

Belgrad - Der jugoslawische Notenbankpräsident Mladjan Dinkic erwartet, dass Belgrad bis Ende Juni 65 Millionen Dollar (73,2 Mill. Euro/1,008 Mrd. S) von einem Standby-Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Gesamtwert von 260 Millionen Dollar erhalten wird. Am Ende eines Aufenthaltes in Washington Anfang dieser Woche erklärte Dinkic gegenüber jugoslawischen Medien, dass alle Probleme im Zusammenhang mit dem IWF-Abkommen behoben worden seien. Das Abkommen soll laut Dinkic bis Ende Mai vom IFW-Exekutivdirektorium genehmigt werden.

Die Abmachung mit dem Internationalen Währungsfonds öffnet nach Ansicht von Dinkic auch die Tür für Verhandlungen mit dem Pariser Klub, bei dem Jugoslawien mit 4,6 Milliarden Dollar verschuldet ist, und dem Londoner Klub, bei dem sich die Schulden Belgrads auf 2,8 Milliarden Dollar belaufen.

Noch vor Beginn der Verhandlungen soll am 1. Juni in Brüssel eine seitens der Weltbank und der Europäischen Kommission organisierte Geberkonferenz stattfinden. Für konkrete Vorhaben in den Bereichen Energiewirtschaft und Infrastruktur hofft Jugoslawien dabei, eine Milliarde Dollar zugesprochen zu bekommen, heißt es in Belgrader Regierungskreisen.

"Klare Unterstützung Frankreichs"

Der Ministerpräsident Serbiens, Zoran Djindjic, erwartet, dass "in sehr kurzer Zeit" die Frage der Mitgliedschaft Jugoslawiens in der Weltbank geregelt wird. "Wir haben eine sehr klare Unterstützung Frankreichs für unsere Mitgliedschaft in der Weltbank bekommen. Wir haben das Versprechen erhalten, dass in den kommenden Tagen diese Frage gelöst wird", wurde Djindjic nach einem Gespräch mit dem französischen Premierminister Lionel Jospin am Montag in Paris von der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug zitiert.

Die "offene und konkrete" Unterstützung Frankreichs würde an keine Bedingungen geknüpft, betonte der serbische Premier. Frankreich betrachte die neue jugoslawische Führung als demokratisch und "demokratischen Regierungen stellt man keine Bedingungen", so Djindjic. Er betonte, dass es in Paris fast ausschließlich um ökonomische Themen ging, aber auch über den ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic sei diskutiert worden. Milosevic müsse sich jedenfalls für seine Straftaten verantworten, aber Belgrad habe in dieser Hinsicht keine Bedingungen erhalten, so Djindic. (APA)

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