Ausschreitungen bei Globalisierungsprotesten in Australien

1. Mai 2001, 12:18
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Erste gemeinsame Maifeier von Arbeitern aus Nord- und Südkorea

Seoul/Sydney - Erstmals seit mehr als 50 Jahren haben Arbeiter aus Nord- und Südkorea den Tag der Arbeit gemeinsam gefeiert. Etwa 1.000 Menschen aus beiden Landesteilen kamen am Dienstag in einem nordkoreanischen Badeort zusammen. Dabei forderten Redner die Umsetzung des Abkommens vom vergangenen Juni, in dem die Präsidenten beider Staaten die nationale Versöhnung und Wiedervereinigung als Ziele genannt hatten. Die südkoreanischen Teilnehmer sollten am Donnerstag an Bord eines Kreuzfahrtschiffes wieder zurückkehren, wie die Nachrichtengentur Yonhap meldete. In Seoul protestierten mehrere tausend südkoreanische Arbeiter gegen die Wirtschaftsreformen, die in den vergangenen Monaten zu Entlassungen geführt haben.

In der Hauptstadt Sri Lankas, Colombo, wurden die Maikundgebungen aus Angst vor Anschlägen der tamilischen Rebellen unter massiven Sicherheitsvorkehrungen abgehalten. Parteiführern wurde geraten, nicht an den Veranstaltungen teilzunehmen. 1993 war Präsident Ranasinghe Premasada bei einer Maikundgebung ermordet worden.

In Indonesien forderten 1.000 Arbeiter bei einer Demonstration, den 1. Mai zu einem Feiertag zu machen. Der ehemalige Machthaber Suharto hatte die Gewerkschaftsbewegung nach seiner Machtergreifung zerschlagen und den Feiertag abgeschafft. In China gab es im Gegensatz zu früheren Jahren keine Massenkundgebungen. Die meisten Beschäftigten nutzten den Feiertag für Reisen oder Ausflüge. In Kuba rief Staatschef Fidel Castro Arbeiter auf, in einem Protestmarsch zur Vertretung der US-Regierung in Havanna zu ziehen.

Bei Protestaktionen von Globalisierungsgegnern anlässlich des Maifeiertags ist es am Dienstag in mehreren australischen Städten zu Ausschreitungen und Straßenschlachten gekommen. Die Demonstranten versuchten, Börsen und Firmenzentralen zu blockieren. In Sydney wurden bei Auseinandersetzungen vor der Börse 30 Polizisten verletzt, zwei davon schwer. Rund 30 Demonstranten wurden festgenommen, der Aktienhandel lief ungehindert weiter. In Brisbane wurden mehrere Menschen verletzt, als Demonstranten die Börse stürmen wollten. 35 Personen wurden festgenommen. In Perth lösten berittene Polizisten eine Straßenblockade von Demonstranten auf. Auch in Melbourne demonstrierten rund 2.000 Globalisierungsgegner vor der Börse und drohten zwischenzeitlich mit der Stürmung einer McDonald's-Filiale. Proteste in Canberra, Hobart und Darwin verliefen friedlich. (APA/AP)

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