"Eisiger Wind der Schwarz-blauen Regierung"

1. Mai 2001, 11:48
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Grazer SPÖ-Chef: "Schwarz-Blau will Sozialstaat zerstören"

Graz - Scharfe Worte gegen die Schwarz-blaue Regierung fand der Grazer SPÖ-Chef Walter Ferk anlässlich der Kundgebung zum 1. Mai in Graz. Er ortete einen "eisigen Wind der Schwarz-blauen Regierung", deren Ziel es sei "den Sozialstaat zu zerstören". Der nächste "heimtückische Großangriff" gelte der Zerschlagung des Gesundheitssystems, so Ferk. Bürgermeister Alfred Stingl (S) betonte, vordringliches Ziel bleibe "die Vollbeschäftigung aller Menschen, die arbeiten wollen".

Rund 800 Menschen hatten sich nach Angaben der Polizei auf dem Grazer Hauptplatz eingefunden, um an der Kundgebung zum 1. Mai teilzunehmen. Eine Gruppe Kurden war mit Transparenten ("Freiheit für Öcalan. Frieden in Kurdistan") und roten (Kunst)-Nelken vertreten. Die rote Blume tauchte auch hinter den Ohren mancher Jugendlicher sowie am Halsband eines kleinen Hundes auf.

"Botschaft für Menschenrechte"

Bürgermeister Alfred Stingl betonte, dass die "Idee des 1. Mai im neuen Jahrtausend genauso ihre Gültigkeit hat". Dieser Tag müsse "eine Botschaft für Menschenrechte auf der ganzen Welt bleiben", so Stingl.

Stadtrat Walter Ferk, der an diesem Tag seinen ersten Auftritt als neuer SPÖ-Chef absolvierte, ließ es an kritischen Worten gegen die Regierung nicht fehlen. "Es ist kälter und finsterer geworden ins unserem Land", meinte er. Schwarz-blau sei angetreten, "den Sozialstaat zu zerstören", und das "mit einer Menschenverachtung, die einzigartig ist in der Geschichte dieses Landes seit dem Zweiten Weltkrieg", so Ferk. Er prangerte auch die "Privatisierungswelle" an, die seiner Meinung nach nur dazu da sei, "um irgendwelche Budgetlöcher zu stopfen zu Lasten der Zukunft". Als nächsten "heimtückischen Großangriff" ortete er "die Zerschlagung des Gesundheitssystems nach amerikanischem Vorbild".

Er griff auch das Ende der Grazer Tageszeitung "Neue Zeit" auf und erklärte, "ein Stück Geschichte der Sozialdemokratie ist zu Ende", so Ferk. Gleichzeitig sicherte er allen bisherigen Mitarbeitern der Zeitung "jede nur mögliche Hilfe der Grazer SPÖ" zu. (APA)

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