Ein Toter bei Gasexplosion in Tulln

1. Mai 2001, 15:25
posten

Flüssiggasanlage defekt - Lebensgefährtin unverletzt

Tulln - Bei einer Gasexplosion in einem Einfamilienhaus in Atzenbrugg (Bezirk Tulln) Dienstag früh ein 24-jähriger Mann ums Leben gekommen. Ursache des Unglücks in der Bahnstraße 40 war offenbar ein Defekt in der Flüssiggasanlage. Die Bewohner, die 33-jährige Gudrun H. und ihr Lebensgefährte Gregor S., hatten gegen 6.45 Uhr Gasgeruch wahrgenommen und drehten den Haupthahn der Anlage zu, die sich im Garten befand. In der Folge begab sich der junge EDV-Techniker jedoch in den Keller des Fertigteilhauses, wo es kurz vor 8.00 Uhr zur Explosion kam.

"Dieser Schritt war sicher falsch. Man hätte auf alle Fälle die Feuerwehr alarmieren müssen. Die erste Maßnahme wäre gewesen, alle Zündquellen auszuschalten", meinte Landesfeuerwehrkommandant Wilfried Weissgärber zu dem fatalen Fehler des Hausbesitzers. Gudrun H. blieb unverletzt. Sie hatte sich im Garten aufgehalten, als das Fertigteilhaus mit einem Schlag zusammenbrach und sofort zu brennen begann.

Ob es das Licht oder ein anderer Funke war, der das Gas entzündet hat, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen. Gleich nach dem Eintreffen der Feuerwehr konnten Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten in den Keller vordringen, wo sie den jungen Mann sehen konnten. Ab diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass der 24-Jährige das Unglück mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überlebt hatte, erklärte Hauptbrandinspektor Jörg Würzelberger.

Drei Feuerwehren mit 60 Mann waren bei großer Hitze im Einsatz. Bis in die frühen Nachmittagsstunden wurden Reste des komplett zerstörten Hauses abgetragen, um zu dem Opfer zu gelangen. Dann war der Weg zur Leiche des Hausbesitzers frei. Der Tote wurde gegen 14.30 Uhr geborgen. Die Aufräumarbeiten dauerten noch stundenlang an.

Das Paar lebte seit einem Jahr in dem Fertigteilhaus in Atzenbrugg. Die 540 Seelen-Gemeinde war am Morgen in heller Aufruhr. Die Explosion war im ganzen Ort zu hören. Warum die beiden Hausbesitzer nach Wahrnehmen des Gasgeruchs nicht sofort die Feuerwehr verständigt hatten, war am Dienstagnachmittag noch unklar. (APA)

Share if you care.