USA will NMD Raketenabwehrentwicklung vorantreiben

2. Mai 2001, 06:29
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"ABM-Vertrag Relikt des Kalten Krieges"

Washington - US-Präsident George W. Bush hält an seinem Plan zum Aufbau einer nationalen Raketenabwehr fest. In einer Rede bezeichnete er am Dienstag den 1972 mit Moskau vereinbarten ABM-Vertrag, der die Stationierung von Raketenabwehrsystemen weitgehend verbietet, als ein Relikt des Kalten Krieges. "Wir müssen über die Beschränken des 30 Jahre alten ABM-Vertrags hinausgehen", sagte Bush. "

Dieser Vertrag passt nicht zur Gegenwart und weist uns nicht den Weg in die Zukunft." Von einer Aufkündigung des Vertrags sprach Bush allerdings nicht. Stattdessen konzentrierte er sich auf Kritikpunkte in dem Dokument. Russland und China haben das geplante Raketenabwehrprogramm NMD heftig kritisiert, die EU reagierte auf die US-Pläne zurückhaltend.

Alten Konzepte reichen nicht

Die alten Konzepte des Kalten Krieges reichten zur Abschreckung von Tyrannen wie Saddam Hussein nicht mehr aus, sagte er am Dienstag in der National Defense University, einer Militärhochschule in Washington. Terroristen und Erpresser hätten Zugriff auf Massenvernichtungswaffen oder versuchten, sie sich zu beschaffen. "Wir werden Raketenabwehrsysteme aufbauen, um die globale Sicherheit und Stabilität zu stärken", erklärte Bush.

Der US-Präsident kündigte an, die Verbündeten in Europa und Asien sowie Russland und China zu konsultieren, bevor er die geplanten Systeme in Auftrag gibt. Auch die Alliierten seien bedroht. Der geplante Raketenschild soll aus mehreren Elementen bestehen, die an Land und auf Schiffen stationiert sind. (APA/AP)

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