Belgrader Menschenrechtsfonds sucht Beweise für Verbrechen an Kosovo-Albanern

1. Mai 2001, 13:23
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Behörden zur Suche nach verschwundenen Leichen aufgefordert

Belgrad - Der Belgrader Menschenrechtsfonds hat die juggislawischen Behörden aufgefordert, Indizien zu untersuchen, wonach Beweise für Verbrechen an den Kosovo-Albanern während der NATO-Luftangriffe im Frühjahr 1999 von Polizei und Militär vernichtet worden seien. Es gebe ernste Indizien, dass Beweise für die Verbrechen durch die Verbrennung der Leichen oder deren anonyme Beerdigung vernichtet worden seien, heißt es in einer Aussendung der Menschenrechtsorganisation.

Nach Angaben des Menschenrechtsfonds dürfte es sich dabei um 800 Leichen von Kosovo-Albanern handeln, die zwischen dem 24. März 1999 und 12. Juni 1999 getötet worden sein sollen und deren Leichen spurlos verschwunden seien. Die Organisation führt an, dass in der Nacht vom 17. auf 18. Mai auf dem Friedhof in Djakovica die Leichen von 87 Albanern ausgegraben worden seien, die in der ersten Maihälfte dort beerdigt worden seien. Keine Spur gibt es auch von den Leichen der insgesamt 237 Kosovo-Albaner, die in den Dörfern Izbice und Velika Krusa getötet worden sein sollen.

Die Menschenrechtsorganisation berichtet zudem, dass unweit der ostserbischen Grenzstadt Kladovo (Rumaenien) am 6. April 1999 ein LKW mit 50 Toten in der Donau entdeckt worden sei. Der LKW trug die Kennzeichen der kosovarischen Stadt Pec. Laut Menschenrechtsfonds war der Fall von den zuständigen Behörden zum Staatsgeheimnis erklärt worden.

Das jugoslawische Militär hatte letzte Woche angekündigt, dass gegen fast 183 Heeresangehörige Ermittlungen wegen Verbrechen im Kosovo geführt würden, gegen rund 245 Personen sollen bereits Anklagen erhoben werden. (APA)

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