Wien: Frau auf offener Straße erschossen

1. Mai 2001, 09:43
posten

Täter ist der Ex-Mann - Tochter verletzt - Großfahndung nach Familientragödie - Täter kündigte Mord an Sohn und Selbstmord an

Wien - Ein 69-jähriger Mann hat heute, Montag, am frühen Abend in Wien-Favoriten seine von ihm getrennt lebende Frau erschossen und seine Tochter schwer verletzt. Nach der Bluttat, die sich um 18.00 Uhr im Hof eines Gebäudekomplexes in der Sonnleithnergasse ereignete, ergriff der Täter in einem Fahrzeug die Flucht. Seiner Tochter gegenüber hatte er noch angekündigt, seinen Sohn zu töten und sich selbst zu verbrennen. Die Fahndung nach dem Mann lief am Abend auf Hochtouren.

Jüngsten Angaben der Polizei zufolge hatte der 69-Jährige zunächst seine Tochter in seine Gewalt gebracht. Mit der 27-Jährigen fuhr er in die Sonnleithnergasse, wo seine Frau wohnte. Im Hof gab feuerte er zunächst auf die 49-Jährige. Die Frau wurde so schwer verletzt, dass die noch am Tatort starb. Dann schoss er auf die Tochter. Ein Projektil traf die junge Frau am Unterarm und blieb stecken. Der Täter flüchtete in einem silberfarbenen Kombi, nachdem er noch angekündigt hatte, seinen Sohn und sich selbst zu töten.

Großfahndung

Nach dem Verbrechen lief eine Großfahndung der Polizei an. Augenmerk wurde zunächst auf ein Haus in der Gurkgasse in Penzing gelegt, wo der Verdächtige eine Wohnung hat. Dort, so wurde befürchtet, könnte er den angekündigten Selbstmord begehen. Das Gebäude wurde vorsichtshalber sogar evakuiert, der 69-Jährige wurde nicht gefunden.

Daraufhin verlagerte sich der Schwerpunkt der Suche in die Linzer Straße, wo der Sohn des Paares wohnt. Auch dort hielt sich der Todesschütze nicht auf. Schließlich konzentrierte sich die Fahndung rund um die Wohnung der Tochter im Bezirk Landstraße. Auch dies brachte keinen Erfolg. Die Suche nach dem Mann wurde fortgesetzt.

Die Anhaltspunkte für die weitere Fahndung waren gering. Von dem Fahrzeug des 69-Jährigen wusste man nur, dass es sich um einen silberfarbenen Kombi handelt. Die Tochter konnte vorerst nicht intensiv befragt werden. Der Sohn sei vorläufig nicht greifbar, hieß es zuletzt im Sicherheitsbüro. (APA)

Share if you care.