Frauenrechtlerin Hedwig Heyl

3. Mai 2001, 09:25
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Soziales Engagement stand im Vordergrund ihres Wirkens

Hedwig Heyl fühlte sich schon zu einem Zeitpunkt der bürgerlichen Frauenbewegung verbunden, als diese noch lange nicht "hoffähig" war, wie Gertrud Bäumer anmerkte. Die überzeugte Vertreterin der Fröbelschen Pädagogik setzte sich um die Jahrhundertwende für die Professionalisierung der Hauswirtschaft ein. Gemeinsam mit Henriette Schrader gründete sie in Berlin das Pestalozzi-Fröbel-Haus, in dem auch eine Haushalts- und Kochschule eingerichtet wurde.

Neben ihren pädagogischen Qualitäten ist auch ihr repräsentatives und organisatorisches Talent hervorzuheben. Aufgrund ihres Engagements wurde sowohl der 1904 abgehaltene internationale Frauenkongress in Berlin als auch die 1912 eröffnete Ausstellung "Die Frau in Haus und Beruf" ein großer Erfolg. Diese erste Frauenmesse in Deutschland empfand sie als Höhepunkt ihres Schaffens.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges übernahm sie innerhalb des nationalen Frauendienstes der Frauenbewegung die Ernährungsfürsorge. Mit ihrem "genialen Blick für das Konkrete und Praktische" (Gertrud Bäumer) rettete sie beispielsweise die zu Kriegsbeginn noch üppigen Obsternten, als sie diese in Marmeladenfabriken verwerten ließ.

Auch mit der Zunahme der prekären Ernährungslage mit Fortschreiten des Krieges wusste sie hilfreich umzugehen. Sie organisierte Massenausspeisungen, was ihr den Namen "Hindenburg der Küche" einbrachte.

Geboren am 3. Mai 1850 in Bremen, wuchs sie in einer bürgerlichen Reederfamilie auf. 1869 heiratete sie den Chemiefabrikanten Georg Heyl. Nach seinem Tod leitete die Mutter von fünf Kindern die Fabrik. Hedwig Heyl starb 1934 in Berlin. (dabu)

Geburtstag:
3. Mai 1850
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