Handball: Das Warten ist zu Ende, die Feiern nicht

7. Mai 2001, 13:33
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Nach dem Handball-Meistertitel peilt Bregenz das Double an

Bregenz - Ein großer Kater dürfte gestern in den frühen Morgenstunden durch Bregenz gewandert sein, nicht gesehen? Denn um 5 Uhr endete die Meisterfeier des ersten österreichischen Handball-Meisters aus Vorarlberg, jet2web Bregenz.

Vergangener Freitag, 19.39 Uhr, Bregenz ist nach einem 25:21-Sieg über Uniqua Stockerau österreichischer Handballmeister. Freitag, 21.29 Uhr, Bregenz besiegt Meister FC Tirol in der max.Bundesliga mit 1:0 und macht einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt. Da darf doch einmal gefeiert werden im Ländle.

Für die Handballer ist damit ein langer, steiniger Weg zu Ende. In sieben Jahren schaffte Manager Roland Frühstück mit seinem Team den holprigen Durchmarsch bis zum Meistertitel. Nach dem Einstieg in die Bundesliga B 1995 und dem Aufstieg in die Handball-Liga Austria vor vier Jahren lief nicht immer alles wie geschmiert. Die ersten beiden Jahre im Oberhaus musste Bregenz im Abstiegs-Play-Off um den Klassenerhalt kämpfen, das Resultat: die Plätze sieben und acht. Letztes Jahr folgte der Sieg im ÖHB-Cup, und Platz zwei in der Meisterschaft. Vergangenen Freitag hatte das Warten ein Ende. Bregenz setzte sich im letzten Spiel der Meisterschaft gegen Stockerau durch und gewann erstmals in der Vereins- und Landesgeschichte den Meistertitel.

Doch die Saison ist noch nicht vorbei. Kommende Woche soll laut Manager Frühstück auch noch der Cup-Sieg verteidigt und damit das Double erreicht werden, das schaffte zuletzt ASKÖ Linde Linz 1996. Für Spieler-Trainer Bruno Gudelj, mit dessen Verpflichtung die Bregenzer vor zwei Jahren auf die Erfolgsstraße einbogen, eine schwere Aufgabe: "Ich glaube, dass die Luft draußen ist. Außerdem spielt Stockerau vor eigenem Publikum und wird nach dem vergebenen Meistertitel alles geben, um den Cup zu gewinnen." Stockerau-Manager Christian Tiefenböck will von Katerstimmung nach dem Vizemeistertitel nichts wissen: "Wir waren sensationell bis eine Runde vor Schluss Tabellenführer, damit hätte keiner gerechnet."

Während für die Bregenzer Handballer der Cup nur eine Zugabe wäre, müssen die Kicker weiterrackern, damit das Ländle auch im Fußball-Oberhaus vertreten bleibt. Sollte dies gelingen, werden in nächster Zeit sicherlich noch mehrere Kater durch Bregenz spazieren. (König)
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. 5. 2001)

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