Ansturm auf Bankomaten in der Silversternacht erwartet

8. Mai 2001, 12:29
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Ab dem 1. Jänner 2002 werden nur mehr Euro-Banknoten ausgegeben

Wien - Mit einem "massiven Ansturm" auf die rund 5.000 Bankomaten und Geldausgabeautomaten in der Silvesternacht 2001/2002 - ab Mitternacht des 1. Jänner 2002 ist es erstmals möglich die neuen Euro-Banknoten in der Hand zu halten - rechnet Ewald Judt, Geschäftsführer der Bankomat-Betreibergesellschaft Europay. Die Bankomatkarte wird bei der ersten Transaktion automatisch auf Euro umgestellt. In den Stunden davor müssen die österreichweit 2.500 Bankomaten mit den neuen Scheinen versorgt werden. Man werde jedenfalls für eine rasche Nachbefüllung sorgen.

Pro Bankomat werden zwei Geldkasetten mit je 2.200 10 Euro bzw. 100 Euro-Scheinen bestückt. In Summe werden am 31. Dezember somit rund 605 Mill. Euro (8.325 Mrd. S) in der ersten Tranche allein in die Bankomaten gesteckt. Je zwei Bankmitarbeiter werden den Wechsel von Schilling in Euro-Banknoten für jeden Bankomat in Österreich durchführen. Empfohlen wird von der Europay eine Nachbefüllung zumindest von stark frequentierten Bankomaten.

Personalkosten bei Hardware-Umstellung trägt Bank

Die Personalkosten bei Hardware-Umstellung, also dem Wechsel bzw. dem Nachfüllend er Geldkassetten müssen von der jeweiligen Bank getragen. Die Umstellungskosten der Europay für die Software liegen laut Judt bei 15 bis 20 Mill. S.

Konkret geht rund die Hälfte der Bankomaten zu einer noch festzulegenden Stunde "X" minus 1 außer Betrieb und wird mit den Euro-Geldscheinen befüllt, ab dem Zeitpunkt "X" werden sie wieder eingeschaltet und geben dann nur mehr Euro aus. Gleichzeitig gehen die restlichen Bankomaten außer Betrieb und geben dann eine Stunde später ebenfalls nur mehr Euro aus. Spätestens am 1. Jänner 2002 ab 1.00 Uhr sollten also alle österreichischen Geldausgabeautomaten nur mehr Euro ausgeben.

Bis zu 5500 Schilling abheben

Laut den Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfen Euro-Scheine nicht vor Mitternacht in Umlauf gebracht werden. Karl Grünberger, bei der Raiffeisen Zentralbank (RZB) für die Euro-Umstellung zuständig, hofft aber, dass diese "Stunde X" nicht 24.00 Uhr sein wird, sondern bereits etwas früher festgesetzt wird, denn sonst müssten rund um Mitternacht 10.000 Bankmitarbeiter in Österreich an den Bankomaten arbeiten.

Erhöht wird mit der Bargeld-Einführung des Euro auch die Summe, die bei einer Transaktion abgehoben werden kann. Derzeit sind es 5.000 S, ab Jahresbeginn 2002 werden es 400 Euro (5.504 S) sein.

Alle Bankomatkarten, die per Anfang 2002 in Umlauf sind, seien auch Euro-tauglich, betonte Judt. Der Konsument müsse dafür nichts tun, bei der ersten Euro-Transaktion werde automatisch umgestellt. Allenfalls vorhandene Schilling-Guthaben der elektronischen Geldbörse "Quick", die auf der Karte gespeichert sind, werden ebenfalls bei der ersten Transaktion auf einen Euro-Betrag umgestellt. Die dafür erforderliche Software wird ab Mai 2001 installiert und am 31. Jänner 2001 aktiviert.

(APA)

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