Brasiliens WM-Teilnahme nach Remis weiter gefährdet

16. Mai 2001, 14:40
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Nur 1:1 gegen Peru in Sao Paulo - Argentinien stellt gegen Bolivien in den Schlussminuten auf 3:3

Wien - Die Negativserie des vierfachen Fußball-Weltmeisters Brasilien hat sich auch am zwölften Spieltag der südamerikanischen WM-Qualifikation fortgesetzt. Einen Monat nach der 0:1-Schlappe bei Ecuador schafften die Brasilianer am Mittwoch zu Hause in Sao Paulo gegen Peru gerade einmal ein 1:1 (0:0)-Remis und wurden von den 50.000 Fans im Morumbi-Stadion gnadenlos ausgepfiffen. Stürmerstar Romario hatte die Hausherren zwar mit 1:0 (65.) in Front gebracht, dem peruanischen Verteidiger Pajuelo gelang jedoch in der 78. Minute per Kopf der Ausgleich.

"Nun ist die Qualifikation wirklich in Gefahr", meinte der frühere Weltstar Falcao und nunmehrige TV-Kommentator. Nach zwölf von insgesamt 18 Spieltagen belegt die "Selecao" mit 21 Punkten nur noch den vierten Tabellenplatz, der gerade noch die direkte Qualifikation für die Endrunde in Japan und Südkorea bedeuten würde. Der vierfache Titelträger war bisher als einziges Land bei allen Weltmeisterschaften dabei.

"Jetzt ist nichts mehr leicht"

"Jetzt ist nichts mehr leicht. Der Respekt vor uns ist nun endgültig nicht mehr so groß wie er einmal war", erklärte Romario, der mit seinen Kollegen in der Schlussphase bei einer Chance von Mendoza beinahe noch den Treffer zur ersten Heimniederlage in der Geschichte der WM-Qualifikation hinnehmen hatte müssen.

Überlegener Tabellenführer in Südamerika blieb trotz eines 3:3-Unentschiedens in Bolivien der zweifache Weltmeister Argentinien. Im auf 3.600 Meter Seehöhe gelegenen La Paz waren die Argentinier bereits 1:3 in Rückstand, Crespo mit seinem zweiten Treffer des Spiels (89.) und Sorin (92.) sorgten aber noch für Punktezuwachs. Crespo liegt nun mit sieben Treffern gemeinsam mit Romario und Ecuadors Agustin Delgado an der Spitze der südamerikanischen Torschützenliste.

Paraguay ging die Luft aus

Ecuador setzt in der Südamerika-Gruppe seine Erfolgsserie fort. Zu Hause in der Höhenlage von Quito (2.800 m) siegte man gegen das zweitplatzierte Paraguay 2:1 durch zwei Tore von Agustin Delgado. Und das, obwohl die Ecuadoraner das Match mit nur neun Mann beendeten. Schon Brasilien hatte hier klein beigeben müssen.

Ecuador überholte mit diesem Sieg den fünffachen Weltmeister und liegt mit einem Spiel mehr auf Platz drei. Die Brasilianer können am Mittwoch gegen Peru aber wieder vorbei ziehen. Dabei hatte es denkbar schlecht für Ecuador begonnen. In der 19. Minute wurde Verteidiger Porozo ausgeschlossen, dann fiel das 0:1 und in der Schlussphase sah ein weiterer Spieler wegen Spielverzögerung Rot. Dazwischen lagen die beiden Tore von Delgado, der in der Scorerliste mit dem Brasilianer Romario (sieben Tore) gleich zog.

Chile out

Einen wichtigen Erfolg verbuchte auch der zweifache Weltmeister Uruguay, der sich in Chile dank eines Eigentores von Italo Diaz nach einem Freistoß von Inter-Legionär Alvaro Recoba durchsetzte und so wieder im Rennen um die ersten Vier dabei ist. Chile dagegen ist nach der neuerlichen Heimniederlage so gut wie ausgeschieden. (APA/Reuters/AFP/SIZ)

Resultate:

Ecuador - Paraguay 2:1 (1:1)
Venezuela - Kolumbien 2:2 (1:0)
Chile - Uruguay 0:1 (0:1)
Bolivien - Argentinien 3:3 (1:1)
Brasilien - Peru 1:1 (0:0)

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