Dies ist nicht das Ende

3. Mai 2001, 13:51
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Zeiler will an "Qualität" von "Big Brother" arbeiten - Nächste Staffel kommt erst in einem Jahr

Der Privatsender RTL steht nach wie vor zu den Reality-Shows im Stil von "Big Brother". "Die dritte Staffel von Big Brother ist bei uns nicht so gut gelaufen wie die erste oder zweite", sagte RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler in einem dpa-Gespräch. "Doch wer glaubt, dies sei das Ende der Real-Life-Show, der hat sich getäuscht. Wir werden an der Qualität arbeiten. Das Problem war, dass nach dem Original von 'Big Brother' auf anderen Kanälen zu viele, zu schnell gemachte Kopien folgten."

Ein ganzes Jahr im Haus?

Bis zum Start der nächsten Staffel der Containershow "Big Brother", in der zehn oder zwölf Kandidaten unter Kamerabewachung bis zu 100 Tage miteinander auf engstem Raum auskommen müssen, werde aber mindestens noch ein Jahr vergehen, sagte der österreichische Medienlegionär Zeiler. Vorschläge der holländischen Produktionsfirma Endemol, die Kandidaten ein Jahr lang bei einem Preisgeld von fünf Millionen Mark (2,56 Mill. Euro/35,2 Mill. S) unter Verschluss zu halten, prallen bei Zeiler auf Widerstand. "Ich bin kein Anhänger dieser Version. Sie steht in keinem Zusammenhang mit Realität." Fest stehe ebenfalls fest, dass die Prominentenausgabe von "Big Brother" bis auf weiteres auch nicht produziert werde.

Marke schützen

Die Quiz-Schraube wird RTL nach Angaben Zeilers nicht weiter anziehen. "Wir beschützen die Marke 'Wer wird Millionär?'", sagte er. "Mehr als 100 Sendungen pro Jahr wird es nicht geben. Der Ausstrahlungsrhythmus mit drei Ausgaben pro Woche, freitags, sonntags und montags, hat sich als optimal erwiesen und wird sich ab Herbst nicht ändern."

Hervorragende Quoten für "Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Eine dritte tägliche Serie ist laut Zeiler bei RTL nach wie vor ein Thema. "'Gute Zeiten, schlechte Zeiten' hat im Augenblick hervorragende Quoten", erklärte der Geschäftsführer. "Die Schwierigkeiten, die wir bei den Daily Soaps hatten, standen in Zusammenhang mit dem Boom der Real-Life-Shows. Und aus diesem klimatischen Tal müssen wir erst wieder herauskommen. Ich bin sicher, dass wir in wenigen Jahren statt zwei dann drei tägliche Serien haben werden." Kürzlich hatte RTL angekündigt, den für kommenden Winter in Hamburg geplanten Produktionsbeginn der neuen Daily "Licht und Schatten" zu verschieben.

Einigung mit n-tv erhofft

Zeiler hofft auch "in den nächsten Monaten" auf eine Einigung mit den Gesellschaftern des Nachrichtensenders n-tv, um die Anteile des AOL Time Warner-Konzerns an n-tv zu erwerben. "Es geht bei den Gesprächen darum, ob ein RTL-Einstieg auf einen breiten Konsens trifft und eine Übernahme der Minderheitsbeteiligung für alle Sinn macht", sagte er. (APA)

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