Video als Female Terrain

30. Mai 2001, 16:53
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Videoarbeiten von 22 internationalen Künstlerinnen dokumentiert Stella Rollig

der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, kuratiert von Stella Rollig für den steirischen Herbst 2000, dokumentiert in einzelnen Porträts die Videoarbeiten von 22 internationalen Künstlerinnen. Von Ulli Aigner über Ruth Kaaserer, Dorit Magreiter, Pipilotti Rist, Rosemarie Trockel bis zu Moira Zoitl. Die Porträts umfassen neben zahlreichen Stills aus den Videos, Interviews, Texte und Biographien. Davor stehen vier Artikel, die sich umfassend mit dem Thema Videokunst auseinandersetzen. So beschreibt Ruth Noack in ihrem Beitrag beispielhaft einige Künstlerinnen und ihre Arbeiten von den 70-er zu den 80-er Jahren. Dabei stellt sie der nicht wegzudiskutierenden Rolle der Frauen für die Entwicklung der Medienkunst die Skepsis einer als festgeschrieben geltenden Frauen-Kunstgeschichte gegenüber. Zwei weitere Texte beschäftigen sich mit zentralen Fragen aktueller Videoproduktionen zwischen Kunst und Massenmedien, zwischen Kritik und Affirmation. ermöglicht aus einer gewissen Distanz auch eine Beurteilung der Rolle der Frauen in der Entwicklung der Neuen Medien. In den 60er Jahren haben Künstlerinnen begonnen mit den damals wirklich noch neuen Medium Film und Video einerseits ein von männlichen Vorbildern unbelastetes Terrain zu betreten und anderseits sich in diesen Medien zu brisanten Themen der Gesellschaft zu äußern. Das Buch gibt durch seine vorangestellten Texte einen Einblick über die vielfältigen Aspekte der Medienkunst und ermöglicht dadurch einen Einstieg in die Porträts der Arbeiten der ausgestellten jungen Generation. Sie arbeiten und reflektieren die Genres Spielfilm ebenso wie Trailer, Musikvideo und Infoscreens und schließen damit auch inhaltlich mit dem kritischen Blick auf diese Bildproduktionen an die frühere feministische Repräsentationskritik an. Dem einleitenden Satz der Kuratorin zu ihrem Text, „das Medium Video in der Kunst ist eine Zumutung für das Publikum“ kann ich nur zustimmen. Videokunst verlangt zu sitzen oder noch schlimmer, zu stehen in einem meist unpersönlich gestalteten White Cube. Doch Videokunst kann man, wenn man sich mit aktueller Kunst beschäftigt nicht ignorieren. Der Katalog hilft auch sie zu verstehen (Silvie Steiner)
Video als Female Terrain
Katalog, steirischer herbst 2000
Springer Verlag, Wien, New York 2000
216 S./ EUR 29,65
ISBN 3-211-83570-9

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