Die telefonische Bewerbung

16. November 2001, 11:18
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Wer zum Hörer greift, sollte sich zuvor gut vorbereiten

"Für telefonische Vorabinformationen steht Ihnen ... ". Wenn diese Formulierung in einem Stelleninserat auftaucht, darf das Angebot auch angenommen werden.

Vorteile eines Telefonanrufes

  • Zusätzliche Informationen über den Auftraggeber erleichtern es, das Anschreiben und den Lebenslauf auf den Adressaten abzustimmen

  • Wer sich im Anschreiben auf ein Telefonat bezieht, hat schon die Formulierung des ersten Satzes geschafft und überwindet außerdem die Anonymität des unbekannten Unternehmens, bei dem er oder sie sich bewirbt

  • Ab und zu hat man die Chance einen guten persönlichen Eindruck zu hinterlassen, der einem die Einladung zum Vorstellungsgespräch ebnet. Mit Stimme, Ausdrucksweise und Charme kann ein persönlicher Kontakt hergestellt werden - im Unterschied zu den Bewerbern, die sich nur schriftlich melden

  • Wer mit seinem Anruf engagiert und ohne Umschweife zur Sache kommt, zeigt, dass er die Spielregeln der Kommunikation beherrscht

  • Den Aufwand, Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen und ein Bewerbungsschreiben zu verfassen, kann man sich sparen, wenn im Gespräch deutlich wird, dass der ausgeschriebene Job nicht der richtige ist.

Vorbereitung

Einfach drauflostelefonieren geht meistens in die Hose. Wählen Sie aus Ihrer Liste an Personalisten, die Sie kontaktieren wollen, die weniger Interessanten aus und beginnen mit diesen. Das ist die Trainingsphase. Bis sich Ihre Aufregung dann gelegt, sind Sie versierter und können bei den Unternehmen, die in Ihrer Gunst ganz oben stehen, brillieren.

Wer zum Hörer greift, sollte außerdem einige aus dem Anzeigentext abgeleitete Fragen parat haben.

Qualifizierte Fragen zielen auf die Größe des Unternehmens ab, seine Produkte, die Wettbewerbssituation, die Firmengeschichte, die spezifischen Aufgabeninhalte bzw. Anforderungen, den Grund für die Ausschreibung der Position usw. Details, die Anzeige bereits beantwortet hat, sind dabei zu vermeiden.

Beim ersten telefonischen Kontakt sind Fragen nach der Arbeitszeitregelung, den betrieblichen Sozialleistungen, den Aufstiegsmöglichkeiten, dem Führungsstil und den Chancen der Bewerbung nicht die passenden. Einerseits sind sie unbeantwortbar (Chance der Bewerbung), andererseits signalisieren sie, dass der Bewerber mehr an Geld und Freizeit interessiert ist, denn an der herausfordernden Arbeit oder dem Image des Unternehmens.

Gespräch simulieren

Spielen Sie als Vorbereitung schriftlich alle Fragen durch, die Ihnen gestellt werden könnten, und erarbeiten Sie präzise Antworten. Das können Fragen nach Ausbildung, Auslandserfahrungen etc. sein. Die Eckdaten Ihres Lebenslaufs im Kopf zu haben, ist also Pflicht.

Der richtiger Ansprechpartner

Je gezielter Sie Ihren Anruf plazieren, um so mehr Erfolg werden Sie haben. Seien Sie höflich und zuvorkommend zu der Sekretärin, denn Sie entscheidet, ob und wann Sie einen Personalverantwortlichen sprechen können.

Der gelungene Einstieg

  • Starten Sie mit ein paar unverbindlichen, aber informativen Sätzen.
  • Sagen Sie nicht schon im ersten Satz, worauf Sie hinauswollen.
  • Nerven Sie aber auch nicht mit ausuferndem Small talk.
  • Hören Sie aufmerksam zu, statt aufgeregt zu unterbrechen.
  • Bleiben Sie in jeder Situation spontan.
  • Nichts wirkt steifer als auswendig gelernte Sätze.

Die Frage nach dem Gehalt

Versuchen Sie nicht von sich aus, den Personalisten auszufragen, wieviel denn der Job "bringt". Nur wenn die Gehaltsfrage angesprochen wird, nennen Sie eine variable Summe oder versuchen, sich nicht festnageln zu lassen. Die Frage nach dem Geld sollte erst als letzte im persönlichen Vorstellungsgespräch behandelt werden, wenn man weiß wieviel in dieser Branche und in dieser Position üblich ist und wie topqualifiziert der Kandidat ist. (red)

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