Neue Ermittlungsergebnisse im Fall Natascha Kampusch

5. Oktober 2006, 15:46
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Zehnjährige seit 1998 spurlos verschwunden

Wien - Die Causa der zehnjährigen Natascha Kampusch, die Anfang März 1998 in Wien-Donaustadt spurlos verschwand, zählt zu den spektakulärsten ungelösten Fällen der jüngsten Kriminalgeschichte. Nun wartet der Wiener Privatdetektiv Walter Pöchhacker mit nach eigenen Angaben neuen Ermittlungsergebnissen auf. Demnach stimme das Weg-/Zeitdiagramm der Exekutive nicht. Seitens des Sicherheitsbüros wies der stellvertretende Leiter und Chef der Mordkommission, Hofrat Dr. Ernst Geiger, diesen Vorwurf zurück, der Privatermittler unterliege Trugwahrnehmungen.

Natascha Kampusch verließ am Montag, dem 2. März 1998, die elterliche Wohnung am Rennbahnweg 27, um die Volksschule am Brioschiweg zu besuchen. Dort kam sie jedoch nie an. Erste Vermutungen der Exekutive waren in die Richtung gegangen, dass sich das Mädchen, das seinen EU-Reisepass bei sich hatte, nach Ungarn abgesetzt hatte.

Pöchhacker zeigte sich laut einer Aussendung vom Dienstag überzeugt, "dass der Fall in kurzer Zeit restlos aufgeklärt werden könnte". In Sachen Weg-/Zeitdiagramm kritisierte er, dass das Sicherheitsbüro die Förderstunde von 7.15 bis 7.45 Uhr zunächst nicht berücksichtigt habe. Um 7.05 Uhr bereits sei Natascha zum letzten Mal gesehen worden.

Widersprüche

Zudem sprach Pöchhacker von "vielfältigen Widersprüchen" einer für den Detektiv hauptverdächtigen Person. Außerdem sei er auf eine Person aus dem Umfeld der so genannten Hauptverdächtigen gestoßen, "die mit großer Wahrscheinlichkeit als Mittäter in Frage kommt". Pöchhacker weiter: "Sollte dies, wovon wir ausgehen, zutreffen, haben wir auch vermutlich das Leichenversteck gefunden." Dieses müsse seine Detektei - "um zu verhindern, dass die Leiche 'verschwindet'" - seit Tagen bewachen.

"Er hat mit uns lange Zeit sehr gut kooperiert", sagte Geiger zu Pöchhackers Vorwürfen. Das habe sich in letzter Zeit geändert. "Seine Kritik stimmt einfach nicht. Wir sind allen seinen Hinweisen nachgegangen", sagte der Kriminalist. (APA)

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