Jede Falte bedeutet UV-Schaden

2. Mai 2001, 10:35
1 Posting

Jetzt beginnt wieder das Rechnen mit dem Lichtschutzfaktor

Wien - Die Sonne ist unser täglicher Begleiter. Der Umgang mit den wärmenden Strahlen sollte aber sorgfältig überlegt sein. Denn die Haut vergisst nicht. "Jede Falte ist ein UV-Schaden, jeder Sonnenbrand ein Baustein zum späteren Hautkrebs", warnt der Dermatologe Prof. Eckhard W. Breitbart, der Vorsitzende der deutschen Kommission zur Früherkennung von Hautkrebs.

"Ein Sonnenbrand ist ein verzweifelter Hilfeschrei der Haut und dabei im Vergleich zu den massiven Folgen, die chronische, durch langjährige Exponierung verursachte UV-Schäden haben, sogar noch relativ harmlos", so Univ.-Prof. Wolfgang Raab vom Allergieambulatorium Innere Stadt bei der Präsentation einer neuen Sonnenschutz-Serie des Herstellers RoC ("Minesol") am Mittwoch in Wien.

Für den Sonnenbrand (Dermatitis solaris), die "Alarmstufe rot", ist vor allem das kurzwellige UVB-Licht verantwortlich. Er ist kein Warnzeichen, denn Schmerz und Rötung treten erst sechs bis 24 Stunden nach dem Sonnenbad auf. Mit dieser Reaktion versucht die Haut, die krebsverursachende Zellteilung möglichst gering zu halten.

Übersteigt die Strahlenintensität aber die Kapazität des Reparatursystems, sind die DNA-Schäden dauerhaft und führen im schlimmsten Fall zu Hautkrebs. UVA-Strahlen wiederum verursachen Lichtkrankheiten. Beide Arten tragen zu chronischen Lichtschäden und frühzeitiger Alterung bei.

Die Anzahl der konsumierten Sonnenstunden nimmt zu: durch lange Urlaube, niedrige Flugpreise, die dünner werdende Ozonschicht und die lange Lebenserwartung. Ein einmal verursachter Lichtschaden kann aber nicht mehr repariert werden.

"Die Haut ist ein Elefant", sagte Raab. Wird nicht vorgesorgt, sieht sie später auch so aus. "Chronisch sonnenexponierte Haut ist deutlich faltiger, runzliger und unelastischer, bis hin zu Altersflecken und Alterswarzen", so Univ.-Prof. Daisy Maria Kopera, Dermatologin an der Universität Graz.

Der Lichtschutzfaktor

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel länger man nach dem Auftragen eines Schutzproduktes in der Sonne bleiben kann. Wessen Haut sich normalerweise nach zehn Minuten rötet, darf mit LSF 15 theoretisch 150 Minuten "braten". Dermatologen raten dringend dazu, maximal 60 Prozent der "erlaubten" Zeit auszunützen. Wer bis ans Limit geht, entkommt zwar knapp dem Sonnenbrand, fügt sich aber chronische Hautschäden zu.

Auswirkungen der Sonne

Die UVB-Strahlen dringen in die Oberhaut ein. Eine zu hohe Dosis an UVB-Strahlen führt schnell zu schmerzhaftem Sonnenbrand.Die UVB-Strahlen regen im Organismus die Bildung des lebenswichtigen Vitamins D und damit die Vitamin-D-Synthese an, die den Kalzium- und Phosphorhaushalt steuert. Der Kreislauf wird durch das Sonnenlicht aktiviert, was den Sauerstoffgehalt im Blut erhöht. Dies führt zu einer Steigerung des Wohlgefühls und der Leistungsfähigkeit. Allerdings genügen wenige Minuten täglich, um davon zu profitieren.

Die UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein. Sie verursachen die vorzeitige Alterung der Haut, Sonnenallergien und erhöhen das Risiko von Hautkrebs. UVA-Strahlen sind darum so gefährlich, weil man die zu starke Belastung nicht unmittelbar spürt.

Reflexion der Sonnenstrahlen

Wasser reflektiert 5 bis 10% der Sonnenstrahlen, Glas reflektiert 3% der Sonnenstrahlen, Sand 15 bis 30% und Schnee sogar bis zu 85%!
(red/APA)

Mit der Sonne ist es wie mit vielen schönen Dingen im Leben: Zuviel ist ungesund. Und zwar sind es die ultravioletten Strahlen UVA und UVB, die negativ auf unsere Haut einwirken. Besonders Kinder sollten mit Kappe und Sonnenschutzmittel geschützt werden.
Share if you care.