Saure Zitrone für Jörg Haider

20. Jänner 2002, 23:12
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"Betrifft": Nur Männer?

Für seinen jüngsten Auftritt in der TV-Sendung betrifft hat sich das "einfache FPÖ-Parteimitglied" Jörg Haider ebenso wie seine Parteichefin Susanne Riss-Passer eine saure Frucht verdient. Beharrlich sprachen sie immer nur "den Wähler" und "den Bürger" an. Männlich. Einzahl.

Okay, solange es nur darum geht, welche Menschen die freiheitliche Partei umwerben will, wäre das kein Problem. Jede Partei kann schließlich selber wählen, welche Menschen sie ansprechen will. Wenn eine Partei wie die Freiheitlichen die Frauen ignoriert und somit auf die Mehrzahl der Bevölkerung verzichtet, mag das zwar taktisch patschert sein, ist Sache dieser Partei.

Solange Haider verbal auch nur "den Steuerzahler" zur Kassa bitten will, solls uns Steuerzahlerinnen nicht kratzen. Praktisch haben wir allerdings nix von seinem Gerede, denn Steuer zahlen müssen wir Frauen ja trotzdem, gleichberechtigt.

Wenn Haider aber für 2003 Steuersenkungen in Aussicht stellt und dabei beharrlich immer nur "vom Bürger" spricht, müssen wir Frauen wachsam bleiben. Schließlich gehen die Freiheitlichen mit ihren echten und eingebildeten Gegnern nicht zimperlich um: Gerade in diese TV-Sendung bekräftigte Haider mehrmals, FP-Gegnern "das Handwerk zu legen".

Aber vielleicht ist Herr Haider ein bisschen beleidigt. Schließlich sind es unterdurchschnittlich wenig Frauen, die die Blauen wählen.
(Lydia Ninz)

02.04.2001
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