Das Scheitern der Gehaltsverhandlung

14. November 2001, 13:02
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Wer darauf nicht vorbereitet ist, verspielt die Chance auf eine professionelle Reaktion

Sich auf das Gespräch mit dem Vorgesetzten über das zukünftige Gehalt vorzubereiten, ist Pflicht. Nach einer Stärken-Schwächen-Analyse hat man die nötigen Argumente und Beschreibungen der eignenen Qualifikationen für den Chef parat. Mit psychologischen Motivationsformeln schafft man es, sich von der Laune des Chefs nicht unterkriegen zu lassen und das Gespräch auf der Sachebene zu lassen. Alle Regeln und Tipps der perfekten Gehaltsverhandlung hat man angewandt und scheitert dennoch.

Wie verhalte ich mich nun?

Die wenigsten haben sich auf diese Situation vorbereitet. Frei nach dem Motto: "Bevor man eine Arena betritt, sollte man sich auch überlegen, wie man wieder herauskommt", lohnt es sich, auch das Scheitern gedanklich einmal durchzuspielen.

1. Sie haben es versucht, dieses wichtige Gespräch zum Erfolg zu bringen, haben neue Erkenntnisse gewonnen und können ihr Verhalten analysieren.

2. Aus jedem Scheitern kann man lernen, auch aus diesem. Wer eine kurze Gesprächsnotiz anfertigt, bereitet sich gut auf die nächste Verhandlung vor und hat die Aussagen des Chefs schriftlich. Wenn der sich später nicht mehr daran erinnern kann, hilft die Notiz, die man gegebenenfalls auch von ihm unterschreiben lassen kann.

3. Zwingen Sie Ihren Gesprächspartner zu einer klaren Äußerung darüber

  • warum er die Gehaltserhöhung abgelehnt hat
  • welche Bedingungen für mehr Geld herrschen und
  • wann der Zeitpunkt für ein Anheben des Gehalts gekommen ist.

Verhaltensregeln

  • Lassen Sie sich auf gar keinen Fall zu Unmutsäußerungen hinrreißen, zeigen Sie sich überlegen und verlassen den Raum wortlos.

  • Die Möglichkeit, den Job zu wechseln und für ein anderes Unternehmen zu arbeiten darf nicht ausgeschlossen werden. Ohne Alternativen sind Sie in Ihrer Argumentation ziemlich eingeschränkt.

  • Wenn der Vorgesetzte andeutet, dass Sie das Unternehmen auch freiwillig verlassen können, müssen Sie kühlen Kopf bewahren und nicht vorschnell reagieren. Bedenken Sie zuerst die Konsequenzen, wägen Sie Vor- und Nachteile, Chancen und Risko ab und antworten dem Chef erst dann auf seinen Vorschlag. Dann und wann blufft ein Vorgesetzter auch und seine salopp dahergesagte Aufforderung zu gehen war nur ein Einschüchterungsversuch, nicht die Möglichkeit, Sie loszuwerden.

  • Fügen Sie sich nie in Ihr Schicksal. Kämpfen Sie immer weiter und verlieren dabei auf gar keinen Fall Ihr Selbstbewusstsein. (red)
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