Ein neuer Job - ein neues Gehalt

14. November 2001, 12:51
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Wieviel bin ich wert - wieviel darf ich verlangen?

Nach der Bewerbung auf einen in der Zeitung oder im Internet inserierten Job erfolgt die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Egal ob bei dem suchenden Unternehmen selbst oder bei einem Personalberatungsunternehmen - die Frage nach den Gehaltsvorstellungen wird relativ bald gestellt. Sowohl für Einsteiger, die ihre erste Anstellung suchen und noch nie ein Gehalt bezogen haben, als auch für Umsteiger, die bereits realistische Vorstellungen von der Entlohnung haben gilt:

Nennen Sie Ihren Gehaltswunsch nicht zu früh

Die Erfahrung zeigt, dass der Gehaltswunsch fast immer zu niedrig angesetzt ist, aber: Wer sich einmal auf eine Summe festgelegt hat, kann das nicht mehr ausbessern. Lassen Sie sich deshalb nicht drängen. Reagieren Sie auf Fragen nach dem Gehaltswunsch mit dem Hinweis zuerst noch Sachfragen besprechen zu wollen. Eine Summe nennt man erst dann, wenn der Gesprächspartner keine Fragen mehr zu Qualifikation, Leistung, bisherigen Resultaten, zukünftigen Inhalten und Perspektiven hat.

Das Wunschgehalt setzt sich neben Ihren Qualifikationen aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Die Gehaltsstrukturen und das Gehaltsgefüge in der Branche
  • die Situation des Unternehmens
  • die Gehälter von Kollegen zum Vergleich
  • die Anforderungen an die Position

Nicht jeder Gesprächspartner ist einfach

Zu akzeptieren ist auch die Tatsache, dass man nicht jedem Gesprächspartner gefällt, nicht jeden überzeugen kann. Wenn die Chemie nicht stimmt, wird die Gehaltsverhandlung schwierig. Trennen Sie zwischen Menschen und Problemen. Für die Gehaltsverhandlung heißt das: Konzentrieren Sie sich auf die sachlichen Argumente und fragen Sie viel (Gegenfragen auf vom Gesprächspartner gestellte Killerfragen). Wer fragt führt das Gespräch, erfährt viel und kann sich aus toten Situationen herausmanövrieren. Es eignen sich "Wie haben Sie das gemeint?", "Wie darf ich das verstehen?" oder gar "Wie denken Sie selbst darüber?".

Vorbereitung

Definition von Zielen:

  • A. leicht aufzugebende Ziele
  • B. nur schwer aufzugebende Ziele
  • C. gar nicht aufzugebende Ziele

Wer diese Ziele bereits in die drei Kategorien eingeteilt hat, kann in der Gehaltsverhandlung schneller auf Angebote des zukünftigen Vorgesetzten reagieren.

Job oder Risiko

Das Gespräch unmittelbar vor dem Thema Gehalt beeinflusst die Verhandlungen. Da auch der Markt den Wert eines Mitarbeiters bestimmt, arbeiten Formulierungen wie "Ich brauche den Job unbedingt" eher in die Richtung den Job zu bekommen, als ein hohes Gehalt dafür zu kassieren. Höher pokert derjenige, der durchklingen lässt, auch andere erstklassige Angebote erhalten zu haben. Er oder sie riskieren zwar den Job, wenn sie ihn aber bekommen, dann zu ihren Bedingungen.

Körpersprache

Das Temperament ist angeboren und es vollständig zu verändern, geht nicht. In die Körpersprache gehen die Temperamente mit ein.

  • der locker-interessierte Typ
  • der verkrampft-ängstliche Typ
  • der geichgültig-gelangtweilte Typ
  • der überheblich arrogante Typ

Die Körpersprache sollte den ersten Typ ausdrücken. Wenn dann aber Fragen auftauchen, die Angst machen, verärgern oder unverschämt sind, ist es schwer, sich das äußerlich nicht anmerken zu lasssen. Dann muss man tief Luft holen, freundlich bleiben und die Mimik nicht verändern. Nervöse Gewohnheiten wie mit den Haaren spielen oder an den Fingernägel kauen verraten ebenso die emotionale Situation. Wer souverän und kompetent wirken möchte, sollte solche Eigenheiten vermeiden.

Ein letzter Tipp:

Übern Sie das Vorstellungsgespräch samt Fragen zu dem Gehalt zu Hause. Denn wer vorbereitet ist, reagiert besser. (red)

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