Jeder vierte See in den USA hat keine Fische mehr

28. März 2001, 15:04
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Saurer Regen bedroht noch immer Seen und Wälder

Washington - Saurer Regen ist noch immer der Todesstoß für viele Seen im Nordosten der USA. Eine Studie der Hubbard Brook Research Foundation (HBRF) gemeinsam mit der Syracuse University und der University of New Hampshire hat ergeben, dass 40 Prozent aller Seen in den Adirondacks und 15 Prozent in Neu-England davon betroffen sind. In jedem vierten See gibt es keine Fische mehr.

Der Grund für die starke Zunahme an übersäuerten Gewässern liegt in der stetig steigenden Luftverschmutzung und der damit einhergehenden Konzentration an Schwefeldioxid, Stickoxyden und Ammoniak. Das Gesetz zur Reinhaltung der Luft, der so genannte Clean Air Act Amendment (CAAA), aus dem Jahr 1990 habe hier keine Abhilfe schaffen können, kritisiert die Foundation. Zwar habe sich die Konzentration der Sulphoxyde verringert, nicht jedoch die Konzentration von Stickoxiden. Innerhalb der kommenden 25 bis 50 Jahre sei eine vollständige Regenerierung der Gewässer jedenfalls nicht zu erwarten, so der Bericht der HBRF.

Die Ursachen für den sauren Regen sind in erster Linie die Verbrennung von schwefelreicher Kohle in Kraftwerken und andere Abgase aus der Industrie. Gefährdet sind aber nicht nur die Seen, sondern auch der Baumbestand. Besonders betroffen sind Pflanzen, die durch Klimaveränderungen und Parasitenbefall bereits in Mitleidenschaft gezogen waren. Von manchen Baumarten sind 50 Prozent der Gesamtbestände Opfer der Umweltverschmutzung geworden.

Naturschützer haben sich in den vergangenen Wochen häufig über die Nachlässigkeit der neuen Regierung von George Bush geärgert. Bush kündigte während des Wahlkampfes an, sich für die Luftreinhaltung und den Umweltschutz im Allgemeinen zu unternehmen. Nach der Stromkrise in Kalifornien argumentiert die Regierung aber, dass jetzt nicht der richtige Augenblick sei, über Umweltschutz nachzudenken. (pte)

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    Trügerische Idylle

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