Frauenförderung in Deutschland umstritten

27. März 2001, 20:01
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Familienministerin Bergmann kämpft weiter

Berlin - Im Streit um das geplante Gleichstellungsgesetz in Deutschland hat es bei einem Spitzentreffen zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Vertretern der Wirtschaft am Dienstag in Berlin keine Einigung gegeben. Mit dem umstrittenen Gesetzesvorhaben soll die Frauenförderung in der Wirtschaft verbessert und mehr Frauen der Weg in Spitzenpositionen geebnet werden.

BDI-Chef Michael Rogowski erklärte, die Wirtschaft lehne ein solches Gesetz strikt ab. Man werde alles tun, um es zu verhindern. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt sagte, auch der Kanzler stehe auf der Seite der Wirtschaft. Tenor des Gespräches sei gewesen, dass man keinen Dirigismus, sondern Empfehlungen wolle. Auf Grund der demographischen Entwicklung in Deutschland sei die stärkere Qualifizierung von Frauen aber ein Ziel.

Familienministerin Christine Bergmann verlangte hingegen, es müssten konkrete Regelungen zur Frauenförderung in der Wirtschaft getroffen werden. Es sei nichts neues, dass die Wirtschaft das Gesetz nicht wolle. Das Treffen sei ein erstes Gespräch in dieser Runde gewesen. Man habe vereinbart, Anfang Mai erneut zusammenzukommen. Der Kanzler habe gerade aus ökonomischer Sicht ein hohes Interesse an diesem Thema. Über ein Gesetz sei noch nicht entschieden worden. (APA/AP)

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