Steirische Ferngas mit Umsatzwachstum und Mengenrückgang

26. März 2001, 13:29

Ergebnis wegen Liberalisierung rückläufig

Graz - Die Steirische Ferngas AG (STFG), eine Tochter der Energie Steiermark Holding AG (ESTAG), konnte im Geschäftsjahr 2000 trotz eines leichten Rückganges beim Erdgasabsatz die Umsatzerlöse deutlich ausweiten. Für die Umsatzsteigerungen von 36,3 Prozent auf 202,4 Mill. Euro (2,785 Mrd. S) war aber in erster Linie die Weitergabe der Steigerungen beim Gasbezugspreis (plus 61 Prozent) verantwortlich, der wiederum an den Rohölpreis gekoppelt ist. Die Ertragslage der STFG hatte davon nicht profitiert, diese war vielmehr vom der Gasmarktliberalisierung gekennzeichnet.

Der Betriebserfolg sank im Jahr 2000 um 3,5 Prozent von 6,375 Mill. Euro auf 6,150 Mill. Euro (84,6 Mill. S). Das EGT ging um 9,6 Prozent von 5,849 Mill. Euro auf 5,288 Mill. Euro (72,8 Mill. S) zurück. Das teilte der Vorstand der STFG bei der Bilanzpressekonferenz am Montag in Graz mit.

Absatzminus wegen warmen Wetter

Die von der STFG im Geschäftsjahr 2000 abgegebene Erdgasmenge lag mit 1.049 Mill. Kubikmetern um 5,9 Prozent unter jener des Vorjahres. Das Absatzminus resultiert einerseits aus der warmen Witterung, was die Heiztage im Berichtszeitraum sehr niedrig hielt, andererseits aus der Strommarktliberalisierung. Für die Kraftwerksbetreiber war es im vergangenen Jahr zum Großteil lukrativer, Strom an freien internationalen Markt einzukaufen als die eigenen Kraftwerke mit Erdgas zu betreiben, sagte Vorstandssprecher Peter Köberl. Ebenso von der warmen Witterung betroffen war der Flüssiggasabsatz, der um 14,7 Prozent auf rund 2.900 Tonnen zurückging.

Verstärkt ausgebaut wurde jedoch das Industrie-Contracting, das mit fortschreitender Liberalisierung immer wichtiger werden soll, so der Plan der STFG. Um die Industriekunden zu halten, sollen den Unternehmen maßgeschneiderte Pakete zur Betreuung sämtlicher Energiedienstleistungen angeboten werden. "Diese Aktivitäten sollen bis zum Facility Management ausgebaut werden", so Köberl. Erster Großkunde ist der Chiphersteller AMS in Unterpremstätten, der die Energieanlagen im Wert von rund 70 Mill. S von der STFG errichten und betreuen lässt. Derartige Projekte sollen in Zukunft aber auch verstärkt mit der Stromtochter der ESTAG, der Steweag, angeboten werden. (APA)

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    foto:stfg
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