KPN verkauft Mobilfunkanteilen für schwarze Zahlen

26. März 2001, 16:28

E-plus-Mutter mit Jahresüberschuss von 1,87 Milliarden Euro

Amsterdam - Durch den Verkauf von Anteilen an seiner Mobilfunktochter KPN Mobile hat der niederländische Telefonkonzern KPN im vergangenen Jahr 2000 schwarze Zahlen geschrieben. Wie KPN am Montag in Amsterdam mitteilte, erwirtschaftete der Konzern im Jahr 2000 einen Überschuss von 1,87 Mrd. Euro (25,7 Mrd. S). Grund sei der Verkauf eines 15-prozentigen KPN-Mobile-Anteils an die japanische NTT DoCoMo. Ohne diesen Sonderposten hätte das niederländische Unternehmen einen Verlust nach Steuern von 626 Mill. Euro verbucht. Am seit langem angestrebten Börsengang von KPN Mobile will die Muttergesellschaft weiter festhalten.

KPN hatte im Zuge seiner strategischen Partnerschaft mit NTT DoCoMo für 4 Mrd. Euro Anteile der Mobilfunktochter an die Japaner verkauft. Samt weiteren Sondereinflüssen betrug der KPN-Umsatz im Vorjahr 13,5 Mrd. Euro (185,8 Mrd. S). Ohne die Einmalfaktoren erzielte der Ex-Monopolist Einnahmen von 11,2 Mrd. Euro (154,1 Mrd. S), ein Anstieg von gut 30 Prozent gegenüber dem Jahr davor.

Vorrangiges Ziel ist Schuldenabbau

Der Kauf von 77,5 Prozent am deutschen Mobilfunkunternehmen e-plus kostete KPN einschließlich Investitionen 10,6 Mrd. Euro. Für neue UMTS-Mobilfunklizenzen gab KPN nach eigenen Angaben 8,7 Mrd. Euro aus. Die Schulden des Konzerns erhöhten sich damit bis zum Jahresende von 4,6 auf 21,9 Mrd. Euro (301 Mrd. S).

KPN betonte, vorrangiges Ziel sei nun der Schuldenabbau. Dazu werde das Unternehmen Anteile und Geschäftsbereiche verkaufen, "die nicht Teil seines Kerngeschäfts sind". Die Gruppe wollte noch am Montag einen Liste mit 20 Bereichen veröffentlichen, von denen sie sich trennen will oder die einer Umstrukturierung unterzogen werden sollen. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung "Financial Times" wird der Konzernumbau drastischer ausfallen als zunächst angenommen. (APA)

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