Die Würfel sind gefallen

25. März 2001, 01:29

SPÖ und FPÖ mit starkem Finish - Die Chancen der Liberalen sind intakt

Nach sieben Wochen Handel und einem Volumen von fast 1,8 Mio. Stück fiel der Vorhang für die Wahlbörse zur Wiener Gemeinderatswahl. Nun sind die WählerInnen am Zug.

Für die SPÖ sollte der Wahlsonntag ein klare Sache werden. Nach dem enttäuschenden Ergebnis bei der letzten Wahl im Jahr 1996 kann sie wieder auf Zugewinne hoffen. Der Trend der letzten Tage zeigte eindeutig nach oben und bescherte Kurse von rund 40%. Der letzte Kursschub sorgte sogar für einen Schlusskurs von 40,25 EX.

Das Rennen um Platz zwei dürfte, wenn es nach der Wahlfieber-Community geht, ebenfalls eine klare Sache werden. Die FPÖ wurde zwar von Beginn an mit starken Abschlägen zur Wahl von 1996 bedacht, der Kurs der Freiheitlichen konnte sich aber in den letzten Tagen merklich erholen und Notierungen bis auf rund 21 EX aufweisen. Mit bullishen 21,50 EX geht die FPÖ aus dem Handel. Damit ergibt sich jedoch immer noch ein markanter Verlust zu 1996 von fast 6,5 Prozentpunkten.

Entgegengesetzt dazu entwickelte sich die Stimmung für die ÖVP. Sie kam zunächst gut aus den Startlöchern und lag phasenweise vor der FPÖ. Ab Ende Februar sank jedoch das Vertrauen der Anleger in diese Aktie zusehends, um schließlich bei 18,12 EX zu notieren. Damit würde sich für die ÖVP ein Plus von nicht ganz 3 Prozentpunkten ergeben. Platz zwei scheint aber außer Reichweite zu sein.

Die anhaltend positive Stimmung für die Grünen ist auch auf Wahlfieber deutlich zu spüren gewesen. Nach einem grandiosen Start von Kursen über 18 kam es zu stärkeren Kursverlusten, aber der Schlusskurs von 14,10 EX darf sich sehen lassen. Die starke Volatilität dieser Aktie dürfte sich aus der Unsicherheit der Spekulanten erklären, wie hoch der Zugewinn letztendlich ausfallen wird. Einige Cyberspekulanten verwiesen auf die Tatsache, dass die Grünen oftmals in Umfragen besser abschnitten als am Wahltag. Die Grünen erreichen mit ihrer Schlussnotierung ein um über 6 Prozentpunkten besseres Resultat als 1996.

Eine der wohl interessantesten Fragen bei dieser Wahl ist, ob die Liberalen den Wiedereinzug in den Gemeinderat schaffen werden. Die Community hält den Einzug durchaus für machbar. Mit 5,04 EX liegt das LIF hauchdünn über der magischen 5% Marke. Von einem sicherem Einzug kann aber nicht gesprochen werden, da es vor allem in den letzten zwei Wochen zu stärkeren Kursverlusten kam. Zumindest kann aber davon ausgegangen werden, dass die Chance des Einzugs wesentlich höher liegt als anfangs von vielen behauptet wurde.

Die unter dem Aktientitel "Sonstige" notierenden KPÖ, SLP und Bill Clinton Handy Börse Fanclub erlebte in den letzten Handelsminuten einen wahren Börsencrash. Nachdem die hohen Verkauforders einiger Großaktionäre bei Limits um 3 EX und höher nicht mehr bedient wurden, kam es zu einer Verkaufswelle. Schließlich landete der Kurs bei 1,01 EX. Nun heißt es dem Wahlergebnis entgegen zu fiebern. (Erwin Hof/FUNDAQ)

  • Artikelbild
  • Artikelbild
Share if you care.