Vier Millionen Bände in fünf Etagen unter der Erde

23. März 2001, 16:08
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Die übervolle Universitätsbibliothek bekommt neuen Speicher

Wien - Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs zum Thema "Erweiterungsbau und Funktionssanierung der Universitätsbibliothek Wien" werden ab heute, Freitag, zwei Wochen lang in der Aula der Universität Wien präsentiert. Das Siegerprojekt, welches in einem von der Bundesimmobiliengesellschaft ausgelobten Verhandlungsverfahren von der Jury unter Vorsitz von Friedrich Kurrent ermittelt wurde, stammt vom Wiener Architekturbüro Kaufmann, die für die Universitätsbibliothek an der Rückseite der Uni in der Reichsratstraße eine völlig neue Eingangssituation geschaffen haben.

Tageslicht bis in die unterste Ebene

Das Projekt von Günther und Oliver Kaufmann sieht vor, in der Reichsratsstraße einen fünfgeschossigen Tiefspeicher zu bauen, der Platz für vier Millionen Bände bieten soll. Die oberste Ebene des Tiefspeichergebäudes wird als Freihandmagazin dienen, dem durch ein zweischaliges Glasdach natürliche Belichtung ermöglicht wird. Durch Staffelung der einzelnen Geschoßdecken des Tiefspeichers soll das Tageslicht bis in die unterste Ebene geführt werden. Durch das unter dem Gehsteigniveau liegende neue Glasdach des Tiefspeichers wird von der Straße her Einblick in das Freihandmagazin gewährt. Zusätzlich zu den bestehenden Seiteneingängen wird ein neuer Eingang in der Mitte geschaffen.

Auch die Institutsbibliotheken warten schon auf den neuen Tiefspeicher

Mit 2,5 Millionen Bänden ist die Hauptbibliothek der Universität derzeit übervoll. 300.000 Bände wurden bereits in die von der Niederösterreichischen Landesbibliothek in der Teinfaltstraße verlassenen Räume ausgelagert. In wenigen Jahren wird man sich aber in der Unibibliothek nicht mehr in der Lage sehen, auch nur noch ein einziges weiteres Buch unterzubringen. Dazu kommt, dass auch die Bibliotheken in allen Abteilungen prall sind und diese schon auf Ausweichdepots im neuen Tiefspeicher lauern. (APA)

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    foto: univie.ac.at
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