"Wissenschaftliche Erkenntnisse für die breite Schicht"

22. März 2001, 14:00
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Philipp Harnoncourt vom Land Steiermark ausgezeichnet

Graz - Der Grazer Liturgiewissenschafter und Ökumeniker Philipp Harnoncourt hat am Donnerstagabend das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern, die höchste Auszeichnung des Landes Steiermark, verliehen bekommen. Er habe das von ihm in Graz geleitete Institut für Liturgiewissenschaften, Christliche Kunst und Hymnologie "zu einer international anerkannten Stätte der Lehre und Forschung" gemacht und sei stets bemüht gewesen "wissenschaftliche Erkenntnissse möglichst breiten Schichten zugänglich zu machen", hob Landeshauptfrau Waltraud Klasnic hervor.

Dem theologischen Vordenker der ökumenischen Annäherung zwischen katholischer und orthodoxer Kirche wurde die Auszeichnung im Rahmen des Festsymposiums "Europäische Dimensionen der Ökumene" überreicht. Klasnic erinnerte auch daran, dass Harnoncourt seit vielen Jahren im Vorstand der im Jahre 1987 gegründeten steirischen Sektion der ökumenischen Stiftung "Pro Oriente" tätig ist. Die Diözese Graz-Seckau wurde in der Festveranstaltung erstmals vom neuen Bischof Egon Kapellari vertreten, der die Rolle von Graz und der Theologischen Fakultät der Universität im Dialog der Katholischen Kirche mit anderen Konfessionen betonte.

Philipp de la Fontaine und d'Harnnoncourt-Unverzagt hat am 9. Februar dieses Jahres sein 70 Lebensjahr vollendet. Der 1931 in Berlin geborene und in Graz aufgewachsene Ur-Urenkel des steirischen Erzherzogs Johann wurde nach Theologiestudien in Graz und München im Jahr 1954 zum Priester geweiht. Nach Kaplansdiensten in Arnfels und Hartberg wurde er zunächst Sekretär von Bischof Josef Schoiswohl, dem damaligen Bischof von Graz-Seckau. Nach der Promotion gründete Harnoncourt 1963 die Abteilung Kirchenmusik an der Grazer Kunstuniversität und war bis 1972 deren Leiter. Seit 1972 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 war Harnoncourt Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz und seit 1973 Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft, christliche Kunst und Hymnologie. In den Jahren 1974/75 war er außerdem Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. (APA)

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