Amazonas-Wälder speichern Kohlendioxid für 80 Jahre

21. März 2001, 19:23

Umso wichtiger ist ihre Rolle im Kampf gegen den Treibhaus-Effekt

London - Die Regenwälder des Amazonas sind ein mächtiger Gegenspieler der Kohlendioxid-Anreicherung in der Atmosphäre. Sie binden nicht nur große Mengen dieses Treibhausgases, sondern halten es auch für durchschnittlich etwa 80 Jahre fest, errechneten Jeffrey Chambers von der University of California in Irvine und seine Kollegen.

Sie werteten zahlreiche Daten über Wachstumsprozesse und Zerfall der Baumriesen in den südamerikanischen Urwäldern aus und leiteten daraus Modellrechnungen ab, die sie jetzt im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature"präsentieren.

Da die Bäume Kohlendioxid (CO2) brauchen, wachsen sie um so rascher, je höher der Anteil dieses Gases in der Luft ist. Verdoppelt sich beispielsweise der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, führt das zu einer Wachstumssteigerung um etwa 25 Prozent. Fast die Hälfte des so gebundenen Treibhausgases wird im Holz des Stamms und in dicken Zweigen und Wurzeln eingelagert. Diese holzigen Bestandteile zersetzen sich nur langsam, wenn der Baum schließlich abstirbt. So wird das in ihnen gebundene CO2 erst mit großer Verzögerung wieder freigesetzt.

Auch wenn die CO2-Konzentration zu einem späteren Zeitpunkt nachlasse, reichern die Bäume noch lange Zeit große Mengen des Gases an, ergaben die Modellrechnungen der amerikanischen Wissenschaftler. Die vergleichsweise langsam wachsenden Bäume ändern ihre Gewohnheiten nicht so rasch: Sie behalten die erhöhten Wachstumsraten noch lange Zeit bei und reagieren erst mit starker Verzögerung auf die veränderten Bedingungen, so Chambers.

Um die Vereinbarungen der Klima-Konferenz von Kyoto zur Reduktion der klimaschädigenden Treibhausgase einzuhalten, sei es daher äußerst wichtig, die Abholzung der Regenwälder zu verhindern, heben die Forscher hervor. Dennoch reiche es nicht aus, auf diesem Wege möglichst große Mengen des Treibhausgases wieder einzufangen. Um den Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre im Griff zu behalten, müsste darüber hinaus in den nächsten Jahrzehnten unbedingt der Ausstoß dieses Gases durch die Verwendung fossiler Brennstoffe stark reduziert werden, betonen die US-Forscher. (APA/dpa)

  • Artikelbild
    foto: nasa
Share if you care.