"Völlig verfehlte Filmpolitik"

22. März 2001, 14:27

laut FPÖ-Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner

Wien - Die Wiener freiheitliche Kultursprecherin sieht im Bereich des Films erhöhten Handlungsbedarf : "Ich halte die Filmpolitik, wie sie im Bund und in Wien praktiziert wird, für völlig verfehlt." Für die Filmförderung fordert Unterreiner die stärkere Betonung des Erfolgsprinzips. "Die österreichischen Filme sind provinziell, fad und meist ideologische Erziehungsfilme." Man solle bereits bei der Entwicklung der Drehbücher ansetzen und endlich auch andere RegisseurInnen und ProduzentInnen zum Zug kommen lassen. Am mangelnden Geld läge es, so Unterreiner, jedenfalls nicht: "Seit vielen Jahren jammern die FilmemacherInnen. Seither wurden die Gelder erhöht, aber die Filme werden immer schlechter."

"Brutale Betonbunker" im Museumsquartier

Im Theaterbereich wünscht sich die FP-Landtagsabgeordnete eine stärkere Berücksichtigung des Ensemblegedankens bei der Neubesetzung der Josefstadt-Intendanz, hält aber den Modus der Schauspielhaus-Vergabe für vorbildlich: "So soll es jedes Mal gemacht werden - nur möglichst frühzeitig. Es gibt keine Erbpachten. Es muss offen über solche Positionen diskutiert werden." Beim Museumsquartier ("Wir waren niemals dagegen, wir wollten nur die historische Bauwerke museal nutzen") bedaure sie, dass nun "brutale Betonbunker" auf dem Gelände stünden, anstatt dass Kulturbauten in moderner Architektur auf der Donau-Platte errichtet worden wären. "Dass Guggenheim nicht gekommen ist, ist eine wirkliche Tragödie. Die Platte war eine Chance, die von Görg und Marboe vertan wurde."

Marboe schlechter ÖVPler

Unterreiner hält die Frage, wer nach der Wiener Wahl Kulturstadtrat werden würde, für noch lange nicht entschieden. "Marboe führt die ganzen kulturpolitischen Fehler der Sozialdemokraten weiter. Er ist wirklich der Nachlassverwalter von Pasterk." Mit ÖVP-Klubobmann Johannes Prochaska verbinde sie eine viel bessere Gesprächsbasis. "In meinen Augen hat Marboe nicht die ÖVP vertreten. Viele sind dort zutiefst enttäuscht von der Kulturpolitik des Stadtrates Marboe, weil er die christlichen Werte nicht hoch hält." (APA)

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