Amerikanische Studie belegt: Bewusstes Vergessen ist möglich

20. März 2001, 13:39

Das gezielte Verdrängen bei Anforderung wurde erstmals nachgewiesen

Eugene/USA - Amerikanische Psychologen haben erstmals bewiesen, dass bewusstes Verdrängen möglich ist. Probanden mussten dafür Wortpaare lernen, die sie durch eine Aufforderung der Forscher wieder vergessen sollten. Auch ein finanzieller Anreiz rief ihnen die Worte nicht ins Gedächtnis, wie Nature berichtet.

Für die Studie der Psychologen Michael Anderson und Collin Green von der Universität Oregon mussten sich Teilnehmer 40 Begriffspaare merken. Anschließend wurden Probanden aufgefordert, bestimmte Wortkombinationen wieder zu vergessen. Dies, indem sie auf Bildschirmen Begriffe aus den zuvor gelernten Wortpaaren aussuchten und nicht an den dazugehörigen Begriffspartner zu denken. Schon nach 16 Durchläufen konnten sich die Probanden tatsächlich nicht mehr an die zu vergessenden Begriffspaare erinnern. Wörter dagegen, die sie im Gedächtnis behalten durften, konnten die Probanden immer noch zuordnen.

Die Ergebnisse erklären frühere Untersuchungen missbrauchter Kinder. Kinder, die von ihren Verwandten missbraucht wurden, vergessen das Trauma eher als Opfer von fremden Tätern. Bei Mißbrauch in der Familie rufe der Anblick des Täters das Trauma ständig hervor. Deshalb würden die Opfer krampfhaft versuchen, das Trauma zu vergessen, so die Erklärung von der Universität Bristol in einem Kommentar.
(pte)

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    foto: photodisc
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