Semperit will ContiTech-Teil

20. März 2001, 12:17

Österreichischer Gummikonzern wäre am Schlauchbereich interessiert

Wien/Wimpassing/Hannover - Der deutsche Reifenriese Continental will seine Sparte ContiTech nur als Ganzes verkaufen, dies wurde gestern, Montag, in Hannover erneut deponiert. Der niederösterreichische Gummikonzern Semperit AG Holding sei zwar nur an Teilen (v.a. am Schlauchbereich) interessiert, könnte aber zum Zug kommen, schreibt das "WirtschaftsBlatt" in seiner Ausgabe von Dienstag.

Rainer Zellner, Chef des Gummikonzerns Semperit Holding, hat beim Mutterkonzern des Traiskirchner Reifenherstellers Semperit, Continental, Interesse für Teile der ContiTech-Gruppe deponiert. "Die ganze Gruppe ist drei Nummern zu groß. Der Schlauchbereich wäre für uns interessant", sagt Zellner dem Blatt. Seine Chancen, beim Abverkauf zum Zug zu kommen, seien zwar denkbar schlecht, aber nicht aussichtslos, schreibt die Zeitung.

Nur im Ganzen

Erst am Montag hatte Continental in einer Presseinformation in Hannover erklärt, seine zum Verkauf stehende Sparte ContiTech nur im Ganzen veräußern zu wollen. Es gebe hierfür mehrere Interessenten sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland, sagte Conti-Vorstandsmitglied und ContiTech-Chef Manfred Wennemer. Angebote für einzelne Bereiche würden nicht weiterverfolgt. Angestrebt werde ein "ordentlicher und fairer Preis". Verschenken wolle Conti die "schöne und profitable Tochter" nicht.

Zum Verkauf stehen sechs von acht Geschäftsfeldern der Conti-Technksparte. Continental will in diesem Rahmen die ContiTech, ausgenommen die 310 Mill. Euro Umsatz großen Geschäftsfelder Luftfedern und Vibration Control, in Bausch und Bogen verkaufen.

Gewinn- und Umsatzsprung

Die ContiTech-Gruppe - die im Vorjahr das bisher erfolgreichste Jahr hatte - hat 2000 bei Umsatz und Gewinn zugelegt und will im laufenden Geschäftsjahr um zwei bis drei Prozent wachsen. Die Technik-Tochter der Continental AG legte beim Vorsteuergewinn (EBIT) um 6,8 Prozent auf 139 Mill. Euro zu. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,767 Mrd. Euro (24,31 Mrd. S). Die zum Verkauf stehenden Unternehmensbereiche haben 2000 mit rund 13.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro und einen Vorsteuergewinn von 120 Mill. Euro erzielt. Insgesamt hat die ContiTech-Gruppe weltweit 15.800, davon knapp 11.000 in Deutschland.

Jetzt sei vorerst Credit Suisse First Boston (CSFB) mit der Auswahl der Kaufkandidaten am Zug. Bei der Hauptversammlung der Continental-Aktionäre am 23. Mai könnte die Entscheidung bereits fallen. (APA)

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