Villa Kunterbunt in Finanznöten

20. März 2001, 11:08

Dornbirns einzige Ganztagsbetreuung für Kleinkinder vor Schließung

Dornbirn – Ganztägige Betreuungsformen für Kleinkinder sind in Vorarlberg Mangelware. Nun droht einer der wenigen Einrichtungen die Schließung. Sollte die Stadt Dornbirn das Budget der Villa Kunterbunt nicht aufstocken, wird die größte privat geführte Kinderbetreuungseinrichtung im Juli geschlossen. 67 Kinder im Alter von einem bis zu sechs Jahren wären dann ohne adäquates Betreuungsangebot, sieben Betreuerinnen ohne Arbeitsplatz.

1990 eröffneten die Kinderfreunde das kunterbunte Haus und schlossen damit eine Lücke im Kinderbetreuungsangebot der größten Stadt Vorarlbergs. Denn in der Villa Kunterbunt werden im Gegensatz zu öffentlichen Einrichtungen Kleinkinder ab einem Jahr ganztägig und auch während der Ferien betreut.

Aufstockung des Budgets wird verweigert

Bereits im Vorjahr mussten eineinhalb Arbeitsplätze und eine Gruppe eingespart werden. Heuer fielen drei geförderte Arbeitsplätze der allgemeinen Sparpolitik zum Opfer. Die Mehrkosten können nicht auf die Eltern, die ohnehin den Löwenanteil des Budgets (900.000 von 2,3 Millionen Schilling) bestreiten, abgewälzt werden können. "So ernst war die Situation noch nie", kommentiert Bruno Fussenegger, Vorsitzender der Kinderfreunde, die Finanzlage. Die Stadt verweigert die beantragte Aufstockung des Budgets um 350.000 Schilling (25.435 Euro), was einer Verdoppelung des Stadtbeitrages entsprechen würde.

Stadträtin Andrea Kaufmann (VP) zeigt sich nach der Schließungsandrohung gesprächsbereit. Mehr Geld bekämen die Kinderfreunde aber erst nach Erarbeitung entsprechender Richtlinien. Kaufmann: "Wir können nicht einfach Steuergelder ohne entsprechende Regelungen vergeben." (red)

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