Neues chirurgisches Gerät revolutioniert Bypass-Operationen

19. März 2001, 12:35

Das komplizierte und zeitraubende Zusammennähen der Blutgefäße entfällt

Bern - Ein neues chirurgisches Gerät soll die Bypass-Operation revolutionieren. Ein Team des Insel Hospitals der Universität Bern hat das von der St. Jude Medical Anastomotic Technology Group entwickelte Gerät bei einer Operation erfolgreich eingesetzt. Das Gerät verringert sowohl die Operationsdauer als auch die Anforderungen an den Chirurgen entscheidend.

Der neue Ansatz beruht auf der Implantation eines mechanischen Anschlussstücks aus Edelstahl. Das komplizierte und zeitraubende Zusammennähen der Blutgefäße entfällt dabei. Das Berner Team führte laut BBC die Operation an einem 61jährigen Patienten mit akuter Angina pectoris durch. Neun Tage nach der Operation im November 2000 konnte der Patient bereits das Krankenhaus verlassen.

In der Vergangenheit waren bereits erfolgreiche Tests mit Tieren durchgeführt worden. Die so genannte koronare Anastomose wurde dabei unter drei Minuten vorgenommen, wobei wenig Training notwendig war. Friedrich Eckstein vom Berner Team erklärte, dass dieses Verfahren eine große Bedeutung für Bypass-Operationen am Herzen haben könnte, vor allem da jetzt weniger invasive Eingriffe bevorzugt würden. Derzeit werden jährlich mehr als 28.000 Bypass-Operationen durchgeführt. Die Zahl der Eingriffe hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. (pte)

  • Artikelbild
    foto: bbc/pte
Share if you care.