Trockenen Fußes über die Beringstraße

19. März 2001, 11:21

Zwei Briten wollen es den Vorfahren der amerikanischen Ureinwohner nachmachen - als erste Menschen der Neuzeit

London - Zwei Briten wollen als erste neuzeitliche Menschen die Beringstraße mit einem Landfahrzeug überqueren. Am Samstag brachen der 40 Jahre alte Bauarbeiter Steve Brooks und der 40 Jahre alte Graham Stratford, der bei der Bergwacht in Wales arbeitet, von London nach Alaska auf. Dort soll kommende Woche, falls das Wetter es zulässt, die 90 Kilometer lange Tour durch das Eis beginnen. Als Reisedauer haben die beiden Abenteurer sechs Tage veranschlagt.

Nur für wenige Wochen im Jahr, wenn die Temperatur unter 70 Grad Celsius fällt, ist die Meerenge zwischen Alaska und Sibirien von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Das Schneemobil "Ice Challenger" von Brooks und Stratford hat zwei große Lufttanks, die es im Falle eines Einbrechens über Wasser halten sollen. Außerdem ist es mit dicken Reifen und Greifarmen ausgestattet, damit es aus dem Wasser wieder auf das Eis gelangen kann. Die Männer selbst werden gummierte Überlebensanzüge tragen und mit einer Pistole bewaffnet sein, damit sie sich gegen etwaige Angriffe von Eisbären verteidigen können.

Mit der Expedition, die drei Jahre lang vorbereitet wurde, wollen Brooks und Stratford Spenden für eine Organisation sammeln, die Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu frischem Wasser ermöglicht. Bereits während der Eiszeit überquerten Menschen und Tiere die Bering-Straße, die nach Erkenntnissen der Wissenschaft damals weitgehend trockengefallen war. (APA/AP)

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    foto: greenpeace
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