Frauen sind bei Firmengründungen erfolgreicher

19. März 2001, 10:09

Start mit mehr Eigenmitteln - Sorgfältiger bei der Planung

Wien/Linz - Frauen sind bei Firmengründungen "vorsichtiger" und "gewissenhafter", daher auf Dauer gesehen erfolgreicher. Allerdings zeigen sie auch weniger Mut zum Risiko bei der Expansion. Firmen mit weiblichen Chefs bleiben daher häufig "kleiner". Dies geht aus einer am Montag veröffentlichten Analyse der österreichweit tätigen ÖSB-Unternehmensberatung hervor.

ÖSB - mit Zentrale in Wien und Filialen in ganz Österreich - startete 1981. Seither unterstützte man im Auftrag des Arbeitsmarktservice (AMS) insgesamt 4.000 Unternehmensgründungen, zu 25 Prozent handelte es sich um Firmengründungen durch Frauen. 1999 wurde mit 120 Beschäftigten ein Umsatz von 120 Mill. S (8,72 Mill. Euro) erzielt.

Nischen aufspüren

Dabei habe sich gezeigt, so berichtet beispielsweise Sigrid Richter von ÖSB Linz: "Frauen starten mit mehr Eigenmitteln, sind sorgfältiger bei der Planung, kommen gewissenhaft zu den Beratungsterminen und sind auch gezwungen, jene Nischen aufzuspüren, in denen sie eine höhere Überlebens-Chance haben".

Zum Scheitern seien, so die ÖSB-Analyse, Frauen-Gründungen meist nur dann verurteilt, "wenn halbherzig versucht wird, das Hobby zum Beruf zu machen und wenn sowohl Hintergrundwissen, wirtschaftliche Kenntnisse, Konzept und kompetente Beratung fehlen".

Trotz der grundsätzlich positiven Situation der Firmengründerinnen bleibe aber ein Wermutstropfen, wie es in der Analyse heißt: "Frauen expandieren seltener, die Firmen bleiben klein. Männer expandieren, was sich natürlich wieder in höherem Risiko mit Folgewirkungen niederschlägt." (APA)

  • Artikelbild
    foto: photodisc
Share if you care.