GAK dreht das Spiel gegen Rapid in zweiter Halbzeit um

30. Juni 2000, 17:05

Akwuegbu macht den Doppelpack - Freund ausgeschlossen

Graz - Rapid bleibt als erster Verfolger fünf Punkte hinter Spitzenreiter FC Tirol. Der Vize-Meister musste sich am Sonntag zum Ausklang der zehnten Fußball-max.Bundesliga-Runde in Graz im "Rückspiel" gegen den GAK nach in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erzielter 1:0-Führung verdient 1:3 geschlagen geben. Die Grazer, für die Dmitrovic und zweimal der Nigerianer Benjamin Akwuegbu trafen, nahmen damit erfolgreich Revanche für das 1:2 von Hütteldorf und sind nach ihrem vierten Saison-Erfolg Sechste.

Spielverlauf zunächst auf den Kopf gestellt

Das zweite Saisontor des Verteidigers, der die erste Chance der Rapidler genützt hatte, stellte den Spielverlauf völlig auf den Kopf. Denn schon vor der Pause machten die Grazer das Spiel, sie gingen bissiger, aggressiver zu Werke, gewannen fast alle Zweikämpfe und schnürten die Gäste, die auch viele Abspiel-Fehler begingen, aber in der Abwehr recht gut standen, in deren Hälfte ein. Die Rotjacken fanden in den ersten 45 Minute gut ein halbes Dutzend Chancen vor.

So rettete ein Rapidler vor Radovic (22.) in den Corner, schoss Radovic (24.) nach Dmitrovic-Eckball Schöttel an, köpfelte Ehmann (25.) über die Latte, scheiterte Akwuegbu (28.) mit einem Flachschuss an Maier, rettete Freund vor Aloisi (37.) zur Ecke und schoss der Italo-Aussie (39.), der um eine Vertragsverlängerung kämpfte, knapp daneben. Verständlich, dass die mitgereisten Wiener Fans "Wir wollen Rapid sehen" anstimmten.

Sie wurden in der Nachspielzeit unerwartet erhört. Savicevic, der erstmals seit 31. Juli von Beginn an zum Einsatz kam und vor einer Woche in der zweiten Hälfte in Wien nach 0:1-Rückstand den Umschwung zum 2:1 eingeleitet hatte, zirkelte einen Freistoß aufs lange Eck, wo Schießwald per Kopfball-Aufsetzer mühelos zum 1:0 traf. Keeper Almer und Ehmann hatten bei der Flanke von "Il Genio", der nie ins Spiel fand, nicht gut ausgesehen.

Rapid-Trainer Heribert Weber brachte nach der Pause Zingler, dem fast das 2:0 geglückt wäre, für Dowe und wollte damit den Vorsprung halten. Das Vorhaben scheiterte aber schon in der 54. Minute: Nach Standfest-Corner und Schöttel-Abwehr schoss Dmitrovic außerhalb des Strafraums flach ins kurze Eck, wobei Radovic über den Ball stieg und so Maier irritierte. Nur fünf Minuten nach dem 1:1 verloren die Rapidler auch noch Freund durch die Gelb-Rote Karte wegen Kritik.

Akwuegbu macht alles klar

Die Hausherren blieben am Drücker. Nachdem eine Standfest-Flanke (61.) auf der Latte gelandete und ein Weitschuss von Aloisi (65.) daneben gegangen war, hieß es in der 67. Minute durch Akwuegbu 2:1. Dem Tor war allerdings ein klares Abseits zweier Spieler voraus gegangen, die bei einem von Schießwald abgefälschten Aloisi-Schuss vor Maier postiert waren. Wie schon in Wien Schüttengruber sorgte der Referee (Plautz) auch diesmal für Gesprächsstoff.

In der 80. Minute machte B. Akwuegbu mit seinem 10. Treffer für die Grazer alles klar. Der Nigerianer nahm ein Radovic-Zuspiel auf, umkurvte Maier und schob den Ball zum 3:1 ins Netz. Diesem Treffer war aber ebenfalls eine abseitsverdächtige Situation vorausgegangen. Das 4:1 vergab Radovic, der nach einem Hand-Spiel von Schwarz mit einem Foulelfer (84.) und dann mit einem Schuss (91.) an Maier (84.) scheiterte.


GAK - Rapid 3:1 (0:1) Grazer Schwarzenegger-Stadion, 6.950, Plautz.

Torfolge: 0:1 (45.) Schießwald (Kopfball) 1:1 (54.) Dmitrovic 2:1 (67.) B. Akwuegbu 3:1 (80.) B. Akwuegbu

GAK: Almer - Hübler, Ehmann, Nilsen, Lipa - Standfest, Aloisi (90. Rader), Ceh, Dmitrovic - Radovic, B. Akwuegbu (84. Tutu)

Rapid: Maier - Hatz, Schießwald, Schöttel, Szabo - Wimmer (77. Feitsch), Dowe (46. Zingler), Freund, Lagonikakis (68. Saler) - Savicevic, Schwarz

Gelbe Karten: Ehmann bzw. Schöttel, Saler

Gelb-Rote Karte: Freund (59./Kritik)

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