Durchbruch bei Arthrosebehandlung

16. März 2001, 20:31

Knorpelabbau im Gelenk lässt sich stoppen

München - Millionen Menschen leiden unter Schmerzen an den Gelenken und der Wirbelsäule (Arthrose). Düsseldorfer Forscher haben eine neuartige Therapie entwickelt, die am Freitag in München als "Durchbruch bei der Arthrosebehandlung" vorgestellt wurde. Dabei wird ein spezieller Wirkstoff (Interleukin-1-Rezeptorantagonist) eingesetzt, der einen weiteren Knorpelabbau im Gelenk stoppen soll.

Die Wissenschafter fanden heraus, dass bei der Knorpelzerstörung das Immunsystem eine entscheidende Rolle spielt. Es veranlasse die Ausschüttung bestimmter Hormone, zu denen Interleukin-1 als besonders zerstörerisch zählt.

Die Düsseldorfer Forschergruppe mit dem Orthopäden Markus Granrath und dem Molekularbiologen Julio Reinecke kam immunkompetenten Blutzellen auf die Spur, die knorpelschützendes Eiweiß produzieren. Sie erhöhten die Produktion dieser Rezeptorantagonisten gegen Interleukin-1 im Blutserum auf das 600fache und spritzten die Substanz in die erkrankten Gelenke.

Bei 3.000 Patienten sei die Arthrose mit dieser neuen Methode erfolgreich behandelt worden, sagte Granrath. Die Gelenksentzündungen gingen zurück, und die Knorpelzerstörung konnte blockiert werden. Der Einsatz der biotechnisch hergestellten Immunhemmstoffe sei sehr schonen und sicher, wurde in München betont. (APA/dpa)

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