Motorola Österreich will mit GPRS auf Platz 2

16. März 2001, 14:18

Österreich-Ergebnis nach High Tech GmbH-Übernahme erst im 2. Quartal

Motorola, weltweit der zweitgrößte Handyhersteller, will nun auch in Österreich die vorderen Ränge am Handymarkt erobern. Der heimische Geschäftsbereich Mobiltelefone, bis vor einem Jahr aus Deutschland aus gesteuert, wurde komplett neu gestaltet, vor allem der Marktauftritt wurde verstärkt. "Unsere längerfristige Messlatte ist der weltweite Marktanteil Motorolas", sagte Österreich-Geschäftsführer Peter Levak am Donnerstagabend vor Journalisten. Derzeit verwenden 14,4 Prozent aller weltweiten Handytelefonierer ein Motorola-Handy.

Von 8 Prozent auf Rang 2

Nach einer Analyse des Marktforschungsinstituts OGM (Stand: Jänner) beherrscht derzeit noch immer Nokia mit einem Marktanteil von 45 Prozent den heimischen Handymarkt, gefolgt von Siemens (14 Prozent) und Ericsson (11 Prozent). Motorola liegt dabei nach Alcatel (8 Prozent) unter ferner liefen.

Motorola will durch GPRS punkten

Motorola will künftig vor allem auf den neuen Datenübertragungs-Standards GPRS (General Packet Radio Service) setzen. Führende Mobilfunknetzbetreiber wie die britische Vodafon hatten jüngst erklärt, dass sich die Markteinführung des neuen Systems auf Grund fehlender Mobilfunkgeräte verzögert. "Motorola hat das erste GPRS-Handy auf den Markt gebracht. Vier weitere Geräte der zweiten Generation sollen im zweiten bzw. dritten Quartal auf den europäischen Markt kommen", so Levak.

Neue Produkte für Business-Kunden

Mit dem neuen Sortiment will der Mobilfunkentwickler drei Kundenkreise bedienen: Lifestylekunden, Jugendliche und Businesskunden. Für letzteren hat sich der Konzern etwas neues ausgedacht - eine Kombination von Handheld-Computer und GPRS-Handy.

Neben der Endgeräte-Herstellung will Motorola künftig auch erste GPRS-Service anbieten. Zunächst hat das Unternehmen die Lizenzrechte für die Spiele Trivial Pursuit und Millionenshow erworben.

"UMTS wird GPRS nicht überholen"

Das die für 2003 erwartete Nachfolgetechnologie UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) GPRS überholen wird, befürchtet man bei Motorola nicht. "Da die neue Technologie anfangs nur in Ballungsräumen zur Verfügung stehen wird, wird es selbst GSM noch in 10 bis 15 Jahren relevant sein", meinte Motorola-Marketing Direktor Martin Campiche.

Unternehmensergebnis erst im 2. Quartal

Neben Mobiltelefonen beschäftigt sich Motorola Österreich auch mit der Netzinfrastruktur, Breitbandsystemen und Funksystemen. Ergebniszahlen für das Jahr 2000 gibt es noch keine. Man wolle zuerst noch die Zahlen der jüngst zurückgekauften High Tech GmbH prüfen, sagte Levak. Mit dem Ergebnis sei daher heuer erst im zweiten Quartal zu rechnen. 1999 hatte Motorola Österreich 1,48 Mrd. S umgesetzt, um die Hälfte mehr als im Jahr davor. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 100 Mitarbeiter. (APA)

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    foto: motorola
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