Sallmutter attackiert Waneck

16. März 2001, 13:47

"Derartige Vorgangsweise disqualifiziert sich von selbst" - Ministerium soll Qualitätsstandard nicht unterschreiten

Wien - Der Ton in der Auseinandersetzung zwischen Sozialministerium und Hauptverband der Sozialversicherungsträger wird wieder rauer. Nachdem Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) gestern gegenüber "Standard" und "Presse" erneut Kritik an der Bilanzerstellung des Hauptverbands geübt hatte, schlägt nun Präsident Hans Sallmutter zurück. Er wirft Waneck vor, nicht ausreichend informiert zu sein und bekennt sich zum "alten System". In diesem hätten "auch die Spitzen des Ministeriums einen gewissen Qualitätsstandard niemals unterschritten".

Waneck hatte davor dem Hauptverband zum wiederholten Mal vorgeworfen, zwar korrekte aber "irreführende Bilanzen" zu erstellen. Ein Teil des Verwaltungsaufwandes werde unter medizinischen Leistungen verbucht. Als Beispiel nannte Waneck das chefärztliche Personal, das verwalte, aber nicht unter Verwaltung budgetiert werde. Der tatsächliche Verwaltungsaufwand des Hauptverbands liege deutlich höher als die angegebenen fünf Milliarden, der Staatssekretär schätzt die Kosten auf 20 bis 25 Milliarden.

Sallmutter reagierte auf diese Aussagen erbost: "Allmählich wird es grotesk. Eine derartige Vorgangsweise disqualifiziert sich von selbst". Immerhin würden Jahresvoranschläge, Jahresberichte und Statistiken der Sozialversicherungsträger nicht nach Gutdünken des Hauptverbands strukturiert. Vielmehr läge die Kompetenz beim Sozialministerium und dessen Weisung sage nun einmal aus, dass der chefärztliche Dienst nicht unter dem Posten Verwaltung aufscheinen solle.

Ein anderer Vorstoß von Waneck, nämlich die Außenstellen der Sozialversicherungen um mehr als die Hälfte zu reduzieren, stößt wiederum bei der SPÖ auf Unmut. Sozialsprecherin Heidrun Silhavy ortet in ländlichen Regionen "bereits große Unruhe". (APA)

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    foto: standard/cremer
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