Lesben und Schwule einen Schritt weiter

16. März 2001, 11:00

Portugal stellt sie unverheirateten heterosexuellen Paaren gleich

Lissabon - Homosexuelle Lebensgemeinschaften in Portugal erhalten in Zukunft mehr Rechte. Das Parlament in Lissabon verabschiedete am Donnerstagabend mit den Stimmen der linken Regierungsmehrheit und eines Teils der konservativen Opposition ein neues Gesetz, das schwulen und lesbischen Paaren ("De-facto-Lebensgemeinschaften") dieselben Rechte einräumt wie unverheirateten heterosexuellen Paaren.

Das neue Gesetz stellt homo- und heterosexuelle Paare in Steuer-, Erbschafts-, Mietrechts- und Urlaubsangelegenheiten gleich. Homosexuelle Paare dürfen jedoch weiterhin keine Kinder adoptieren.

HOSI: Österreich im Hintertreffen

Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien gratuliert "Portugals Lesben und Schwulen zu ihrem großen Erfolg". Portugal ist damit das erste Land Südeuropas, das gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften rechtlich anerkennt. Bisher gibt es solche Regelungen nur in den nordischen Staaten (außer Finnland), den Niederlanden, Frankreich und ab August 2001 auch in Deutschland. Auch in Ungarn sind verschieden- und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften rechtlich gleichgestellt.

"Österreich gerät immer mehr ins Hintertreffen. Es wäre wirklich höchst an der Zeit, dass sich endlich auch der Nationalrat mit der rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften auseinandersetzte", erklärte Kurt Krickler, Generalsekretär der HOSI Wien, "aber wahrscheinlich müssen sich Österreichs Lesben und Schwule erst eine andere Mehrheit ins Parlament wählen. Wie Deutschland hat auch Portugal gezeigt, dass erst durch eine linke Regierung und Parlamentsmehrheit rechtliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen abgebaut und etwas für ihre rechtliche Gleichstellung getan wird. Das sollten endlich auch Österreichs Lesben und Schwule beherzigen." (APA/red)

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