Inserate prüfen und Gefahren erkennen

21. November 2001, 09:17
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Wie ein Unternehmen neue Mitarbeiter sucht, verrät mehr als in der Anzeige "geschrieben" steht

Die Suche nach dem persönlichen Traumjob führt unweigerlich zu Tageszeitungen und Karriereportalen im Internet, die Stellenanzeigen schalten. In den meisten Fällen führt dieser konventionelle Weg zum Erfolg, da der größte Teil aller Beschäftigungsverhältnisse durch Stellenanzeigen zustandekommt.

Prüfung der Inserate

Jedes Unternehmen, das auf Personalsuche ist, möchte möglichst ansprechend auf die potenziellen zukünftigen Mitarbeiter wirken. Manche übertreiben da und nicht jedes Unternehmen kann halten, was es in der Stellenanzeige verspricht.

Es gibt drei Wege, wie Firmen über Anzeigen nach neuen Mitarbeitern suchen:

  • Das Unternehmen inseriert direkt und offen. Für jeden Interessanten ist ersichtlich, in welcher Firma eine vakante Position angeboten wird.

  • Die Schaltung einer Chiffre-Anzeige. Das suchende Unternehmen möchte verhindern, dass die Einzelheiten seiner Personalpolitik an die Öffentlichkeit und vor allem die Konkurrenz gelangen. Auch die eigene Belegschaft nicht in Aufruhr zu versetzen, kann ein Grund für die Verheimlichung des Unternehmensnamens sein.

    Die Gefahr, die der Bewerber auf eine Chiffre-Anzeigen eingeht, ist, sich beim eigenen Unternehmen zu bewerben. Das sollte in den meisten Fällen aber nicht darüber informiert sein, dass einer der Mitarbeiter auf der Suche nach neuen Jobmöglichkeiten ist. Den Ausweg aus der Problematik stellen Sperrvermerke auf den eigenen Unterlagen dar, in denen das entsprechende Medium angewiesen wird, die Unterlagen nicht an diese oder jene Firma weiterzuleiten.

  • Das suchende Unternehmen beauftragt ein externes Beratungsunternehmen für die Personalsuche. In diesem Fall kann sich die Kandidatenauswahl in die Länge ziehen, da dem eigentlichen Auswahlverfahren im Unternehmen ein weiteres Auswahlverfahren des vermittelnden Unternehmens vorgeschaltet ist.

Stellenangebote richtig gelesen und analysieren

Kriterium Information

  • Je mehr konkrete Informationen in einer Anzeige enthalten sind, desto besser kann der Bewerber das Inserat interpretieren. Entscheidend ist dabei die Präsentation des Unternehmens selbst und wie genau die zukünftige Tätigkeit umschrieben ist. Auch die Angaben darüber, welche Qualifikationen verlangt werden, dürfen nicht fehlen.

  • Vage Jobbeschreibungen lassen den Schluss zu, dass man sich im Unternehmen, das einen neuen Mitarbeiter sucht, selbst noch nicht ganz klar darüber ist, wie der zukünftige Mitarbeiter konkret eingesetzt werden soll.

  • Nicht ganz unwichtig sind auch Angaben über das mögliche Gehalt und berufliche Entwicklungsperspektiven. Formulierung wie "... Gehalt bis zu soundsoviel Schilling.." stellen eher das zu erreichende Maximum als das garantierte Einstiegsgehalt dar.

  • Zu den Entwicklungsperspektiven: Versprechungen, die mittel- oder langfristig angelegt sind, können im Bewerbungsverfahren kaum eingefordert werden und sind daher, genauso wie übertrieben hohe Gehaltsangaben, mit Argwohn zu betrachten.

Gestaltung der Anzeige

Nicht alle Informationen stehen in der Anzeige "geschrieben". Wer "zwischen den Zeilen" lesen kann, wird dem Geheimnis Stellenanzeige noch einen Schritt näher kommen. An der optischen Aufbereitung der Anzeige kann man erkennen, wie konservativ oder progressiv das jeweilige Unternehmen ist und ob hier eher kreative Köpfe oder stille Sachbearbeiter gefragt sind.

Auch lässt sich an der Größe der Anzeige oft erkennen, welche Priorität der Auswahl qualifizierter Mitarbeiter zugemessen wird und welche Bedeutung die zu besetzende Position im Unternehmen einnimmt. Ein seriöses Unternehmen wird für die Besetzung einer wichtigen Position auch die notwendigen Mittel investieren und kaum am falschen Ende sparen.

Nach der kritischen Prüfung der interessanten Stellenanzeigen, kann der Jobsuchende einerseits ganz genau herausfinden, wie seriös das Angebot ist, wie gut er oder sie auf das Jobprofil passen und andererseits einen allzu heftigen Realitätsschock im möglichen Bewerbungsverfahren verhindern. (red/Quelle:www.monster.de)

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