Grüne gegen "Ausverkauf an Atom-Konzerne"

13. März 2001, 18:05

Glawischnig: "Bankrotterklärung für die österreichische Anti-Atom-Politik"

Wien/Linz - Kritik am Beschluss von Verbund, EAG und EStAG, sich von ihrem EVN-Anteil in Höhe von gemeinsam rund 27 Prozent zu trennen und möglicherweise an einen ausländischen Konzern zu verkaufen, kommt auch von den Grünen: Der Verkauf der EVN-Aktien an einen ausländischen Atomkonzern wäre eine Bankrotterklärung für die österreichische Anti-Atom-Politik", so die Grüne Umwelt- und Energiesprecherin Eva Glawischnig am Montag in einer Pressemitteilung.

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sei nun in seiner Funktion als Eigentümervertreter des Verbund gefordert, ein Machtwort gegen einen EVN-Atom-Deal zu sprechen. Angesichts der breiten Ablehnung von Atom-Stromimporten durch die österreichische Bevölkerung müsse einem weiteren Ausverkauf der österreichischen E-Wirtschaft ein Riegel vorgeschoben und stattdessen eine österreichweite Stromlösung forciert werden.

Anschober warnt Pühringer

Der Klubobmann der Grünen im Oberösterreichischen Landtag, Rudi Anschober, warnte am Montag die Energie AG und Landeshauptmann Josef Pühringer (V) als Eigentümervertreter sowie Wirtschaftsminister Martin Bartenstein eindringlich vor dem "Deal" - einem Verkauf der EVN-Anteile an einen ausländischen Interessenten.

Bei den politischen Verhandlungen für eine Oberösterreich-Österreich-Lösung in der Stromwirtschaft stünde man nach jahrelanger Erfolglosigkeit der Landesregierung nun vor einer positiven Lösung: Sowohl eine intensive Kooperation zwischen Energie AG und der städtischen Linz AG als auch eine effiziente Integration der Energie AG in die EnergieAllianz (EVN, Wiener Stadtwerke, Linz AG sowie Bewag und Begas) scheine bei einigem guten Willen innerhalb der kommenden zwei Monate durchsetzbar. Trage jedoch jetzt die Energie AG direkt dazu bei, einen Einstieg eines Atommultis in die EVN zu verwirklichen, "dann wäre dies ein vielleicht entscheidender Rückschlag für die vermutlich letzte Chance einer Österreich-Lösung", befürchtet Anschober.

Er will deshalb mit den Landtags-Fraktionen in Oberösterreich Gespräche starten und für die nächste Landtags-Sitzung einen Antrag der Grünen vorbereiten, "um ein Untergraben der bisherigen Landeslinie durch einen Aktienverkauf an Atommultis zu verhindern". (APA)

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